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Vertrauen in Medien: Lieber Fake als Fakten?

(c) Wolfgang Freitag
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Die Lage ist ernst. Laut dem Edelmann Trust Barometer ist heuer das erste Jahr, in dem Medien weltweit als die am wenigsten vertrauenswürdigen Institutionen angesehen werden. Wie darauf reagieren? Über Information im Zeitalter der Trolle, der Desinformationskampagnen und Fake-News-Attacken.

In den Vereinigten Staaten markierte das Jahr 2016 die Trennlinie zwischen News und Fake News. Der Präsidentschaftswahlkampf trat gut durchgeplante Desinformationskampagnen los, die das Ziel hatten, Hillary Clinton zu diskreditieren und Donald Trump zu stärken. Trump gewann die Wahl und erschuf „Fake News“ als eingängige Chiffre für alle Medienunternehmen und Nachrichtenstorys, die ihm nicht gefallen. Mithilfe sozialer Netzwerke verbreitete sich das Schlagwort rasch unter Trumps Unterstützern, und heute befinden sich Nachrichtenagenturen und Social-Media-Plattformen im Mittelpunkt einer landesweiten Auseinandersetzung um Glaubwürdigkeit und um die Rolle der Medien im amerikanischen Leben.

Weltweit fragen sich Menschen, welche Rolle die von Facebook verbreiteten Falschmeldungen für das Pro-Brexit-Votum 2016 spielten, für die Zugewinne von Rechtsaußen in Österreich 2017 und für den Wahlsieg der italienischen Fünf-Sterne-Bewegung 2018. Der geschickte und beharrliche Einsatz von Desinformation und Social Media nährte die Unzufriedenheit der Wählerschaft und half wohl, die Wahlen nach rechts zu steuern. Noch schlimmer geht es in Ländern wie Myanmar, den Philippinen und Sri Lanka zu, wo die sozialen Netzwerke dazu verwendet werden, extreme Gewalttaten und Hass anzustacheln. Journalisten, Forscher, Social-Media-Unternehmen und Politiker diskutieren mit großer Dringlichkeit, wie man die Verbreitung von Desinformation unter Kontrolle bringen und das öffentliche Vertrauen in die Medien wiederaufbauen kann.