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Philip Morris scannt in Trafiken Gesichter der Kunden

Für maßgeschneiderte Werbung werden in zwei Wiener Trafiken die Gesichter der Kunden gescannt. Die Kunden werden laut Anfrage von "Die Presse" künftig darauf hingewiesen.

Reihen an Zigarettenpackungen hinter dem Verkaufstresen, Regale voll mit Zeitungen voller bunter Bilder. Glückwunschkarten und sonstigem Klimbim. Eine Trafik ist bereits eine Reizüberflutung. Wie auf solch kleinem Raum effizient Werbung geschaltet werden kann, testet aktuell Philip Morris in Wiener Trafiken. Ein Testlauf sei bereits abgeschlossen, der andere habe letzte Woche begonnen.

Dabei wird das Gesicht gescannt und abhängig von Alter, Geschlecht werden dann unterschiedliche Zigarettenmarken angezeigt, wie die Futurezone berichtet.

Laut Philip Morris ist es ein Test, der für vier Wochen anberaumt ist und Aufschluss über Kundenfrequenz geben soll. Die Kunden werden über diese Testphase in den Trafiken nicht informiert. Das sei laut Claudia Oeking, Leiterin Corporate Affairs bei Philip Morris Austria nicht nötig. Wie sie gegenüber der Futurezone erklärt, sei das seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht notwendig. "Es werden keine personenbezogenen Daten gespeichert", betont Oeking, und auch "nicht mit anderen Daten verknüpft".

Sollte es zu Beschwerden und Anzeigen bei der Datenschutzbehörde kommen, muss Philip Morris beweisen, dass tatsächlich keine Daten gespeichert werden und nicht in Kontext mit anderen Daten gebracht werden.

Im Gespräch mit der "Presse" erklärt Claudia Oeking, dass derzeit daran gearbeitet werde, eine Information in den Trafiken auszuhängen, um Kunden auf diesen Test hinzuweisen. "Sollte es Rückmeldungen geben, dass Kunden das nicht wollen, werde man den Test sofort abbrechen." Bislang habe es aber derartige Rückmeldungen aber nicht gegeben.

In der Vergangenheit wurde der Einsatz von Gesichtsscanner von den Kunden nicht goutiert. Eine Linzer-Apotheke setzte ein solches System für personalisierte Werbung ein und fing sich damit einen ausgewachsenen Shitstorm auf Facebook ein, weswegen man das System wieder ausbaute.

Beide Trafikanten wollten auf Rückfrage von Philip Morris nicht öffentlich genannt werden.

>>> Hier geht's zum Bericht auf Futurezone.at

(bagre)