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Wie man Bettwanzen wieder loswird

Ein neues Verfahren vernichtet Tiere und Eier.

Sie gelten als Könige des Versteckspiels, mitunter bemerkt man sie erst, wenn sie zugebissen haben. Bettwanzen ernähren sich vom Blut der Menschen, der Juckreiz folgt allerdings meist nicht sofort: Bestimmte Stoffe im Speichel wirken zunächst betäubend. Inzwischen kann der Blutsauger in nur zehn Minuten sein Ausgangsgewicht versiebenfachen.

„So schnell man sich Bettwanzen einfangen kann, so schwer sind sie wieder loszuwerden“, sagt Georg Duscher von der Vet-Med-Uni Wien. Ein einziges befruchtetes Weibchen könne bis zu 500 Nachkommen haben, nach jeweils acht Wochen sind sie geschlechtsreif. Der Parasitologe hat nun gemeinsam mit Forschern des Grazer Zentrums für Elektronenmikroskopie (ZFE) ein neues Verfahren getestet, mit dem sich die Insekten und ihre Eier vernichten lassen sollen.


Frühgeburt bei Wanzen

Die Wissenschaftler untersuchten, unterstützt durch die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, eine von der Firma Braincon Technologies entwickelte Methode. Dabei wird ein befallener Raum mit einer speziellen Wirkstoffkombination aus Naturstoffen, synthetischen Insektiziden und Wasserstoffperoxid vernebelt. Der Cocktail blockiert die Nervenkanäle der Tiere, sie verenden.

Als besonders langlebig erwiesen sich die Wanzeneier. „Wir gingen davon aus, dass die Behandlung zu einer Änderung der Membranstruktur an der Oberfläche der Eier führen würde, dies war jedoch nicht der Fall“, sagt Ferdinand Hofer vom ZFE. Die Forscher entdeckten schließlich, dass bei den behandelten Wanzeneiern der Schlüpfprozess sehr früh einsetzte. Bei ihnen war eine „Frühgeburt“ ausgelöst worden, die noch nicht lebensfähigen Nymphen verendeten. Für Mensch und Umwelt sei das Verfahren aber unbedenklich, heißt es vonseiten des Unternehmens. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2018)