Karl-Peter Schwarz

Ein neues Kapitel in der amerikanischen Nahost-Politik

Donald Trump zieht die US-Soldaten aus Syrien ab. Verzichtet Washington auf militärische Interventionen im Nahen Osten? Dafür wäre es jetzt höchste Zeit.

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Tausende Syrer demonstrierten im März 2011 für die Freilassung politischer Häftlinge und das Ende der Diktatur. Als Machthaber Bashar al-Assad mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vorging, mündete der Widerstand in einen Bürgerkrieg, in den sich die Großmächte und die Staaten der Region einmischten. Dem von Moskau und Teheran unterstützten Assad-Regime stellte sich eine heterogene Opposition entgegen, in der die Islamisten dominierten, die aber dennoch vom Westen massiv unterstützt wurde.

Seither gab es 400.000 Tote, sieben Millionen Syrer flüchteten. Aber Assad sitzt fester im Sattel denn je. Statt die Lehren aus dem Irak-Abenteuer von George Bush junior zu beherzigen, hatte sich Barack Obama darauf eingelassen, Muammar al-Gaddafi zu stürzen und den Sturz Assads zu erzwingen. Die Folgen waren verheerend. Islamisten kamen an die Macht und exportierten ihren Terror, die Liste der „failed states“ in der Region wurde immer länger. Heute stehen die Amerikaner dort vor einem Debakel wie in den 1970er-Jahren in Indochina.

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