Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Senkt Elternsein das Sterberisiko?

Frauen mit Kindern haben im Unterschied zu ihren kinderlosen Geschlechtsgenossinnen ein um 72,5 Prozent verringertes Risiko, an Krebs zu sterben.
Frauen mit Kindern haben im Unterschied zu ihren kinderlosen Geschlechtsgenossinnen ein um 72,5 Prozent verringertes Risiko, an Krebs zu sterben.(c) REUTERS (Jim Young)
  • Drucken

Eltern haben ein geringeres Risiko an Infekten, Krebs, Herzkrankheiten, Unfällen, Mord und Selbsttötung zu sterben als Menschen, die keine Kinder haben. Das zeigt eine Studie. Eine Ehe sei jedoch kontraproduktiv.

Kinder werden ständig krank und stecken dabei oft auch die Eltern an. Das könnte diese durch eine Art zweite „Durchimmunisierung“ nach der eigenen Kindheit möglicherweise im Alter vor Infektionskrankheiten schützen.

Wissenschaftlich bewiesen ist dieser kausale Zusammenhang nicht, allerdings zeigt eine statistische Studie von Wirtschaftswissenschaftler Paul Schweinzer (Universität Klagenfurt) und seinem portugiesischen Kollegen Miguel Portela (Universidade do Minho) diesbezügliche Auffälligkeiten – nicht nur bei Infekten, sondern auch bei Krebs, Herzkrankheiten, Unfällen, Mord und Selbsttötung. Die Ergebnisse ihrer Analyse haben sie nun im Fachmagazin Scientific Reports (2019/9) publiziert.

Ehe ist kontraproduktiv

Die Lebens- und Sterbedaten von 205.277 Personen aus England und Wales haben Schweinzer und Portela ausgewertet, um statistische Relationen von Elternschaft, Familienstand, sozioökonomischem Status und Todesursache aufzuspüren. Ihre Ergebnisse zeigten, dass Frauen mit Kindern im Unterschied zu ihren kinderlosen Geschlechtsgenossinnen ein um 72,5 Prozent verringertes Risiko haben, an Krebs zu sterben. Für 70-Jährige wäre zum Beispiel das absolute Risiko eines Krebstodes ohne Kinder 1,3 Prozent und mit Kindern 0,4 Prozent. Sie haben auch nur das halbe Sterberisiko durch Infektionskrankheiten und ein jeweils um ein Drittel vermindertes Risiko, Herzproblemen zu erliegen. Ähnliches gilt für Männer, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt.

Allerdings hebt die Ehe die Sterberisken teils so drastisch an, wie das Kinderhaben sie senkt. Hingegen wenig überraschend: Hohes Einkommen und Hausbesitz erhöhen die Lebensdauer. (APA/cog)

Publikation: The parental co-immunization hypothesis. An observational competing risks analysis (Scientific Reports/2019)


[P7MIZ]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2019)