Zeichen der Zeit

Was vom Bauhaus blieb

„Die konstruktive Form kennt kein Vaterland.“ Aktuelle Studentenarbeiten der Bauhaus-Universität Weimar.
„Die konstruktive Form kennt kein Vaterland.“ Aktuelle Studentenarbeiten der Bauhaus-Universität Weimar.(c) Martin Schutt / dpa / picturedes (Martin Schutt)

Den Bauhäuslern erging es wie vielen Utopisten. Über dem Eifer, die Welt neu zu gestalten, übersahen sie, dass Menschen Gefühle haben. April vor 100 Jahren: Das Bauhaus wird gegründet. Wovon in diesen Jubeltagen nicht so gern geredet wird. Hinweise einer ehemaligen Bauhaus-Dozentin.

Elfenbeauftragte oder Neues Bauen? 2004 musste ich mich entscheiden. Eine Gastdozentur in der Hauptstadt von Island, wo die Bebauungspläne Rücksicht auf die Feenplätze nehmen. Oder die Morgenröte der Moderne. Es wurde schließlich ein Jahr Weimar. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch. Als ich jedoch einen Tag nach meiner Ankunft das helle Gebäude des Architekten Henry van de Velde, das nun die Bauhaus-Universität beherbergt, erstmals betrat, stand für einen Augenblick mein Atem still. Die Räume verströmten eine berückende Atmosphäre. Ich stand im lichtdurchfluteten Foyer, blickte in die Sonne und schloss die Augen.