Ich sehe heute Abend Dancing Stars, na und?

heute wieder im Einsatz: Die Dancins Stars-Jury (Balazs Ekker, Nicole Hansen, Dirk Heidemann, Karina Sarkissova)
heute wieder im Einsatz: Die Dancins Stars-Jury (Balazs Ekker, Nicole Hansen, Dirk Heidemann, Karina Sarkissova)(c) APA/ORF

Die Tanzsendung des ORF mag kein echtes TV-Highlight sein, dennoch kann sie Spaß machen. Eine Vorfreude auf die heutige Finalshow.

Ja, Dancing Stars ist vollkommen altmodisch und vorhersehbar. Die Schmähs von Moderator Klaus Eberhartinger sind nah an der Schmerzgrenze. Auch über Mirjam Weichselbrauns Performance könnte man das eine oder andere Wort verlieren. Im Vergleich zum deutschen Äquivalent "Let's Dance" präsentiert sich die TV-Show zudem wenig innovativ und ziemlich bieder. Ja, so kann man es sehen und am Freitagabend etwas anderes anschauen - oder besser noch machen.

Aber man kann es auch anders betrachten. Die ORF-Sendung ist eines jener selten gewordenen TV-Relikte, die Fernsehen einst ausmachten. Fernsehen als familiäres Ritual. Längst haben Netflix und Co. dieses Beisammensein abgelöst. Jedes Familienmitglied kann sehen, was es will. Der Vater - eh klar - Fußball, das jüngere Kind irgendeine Serie, das ältere einen coolen Action-Film und die Mutter "Game of Thrones". (Beispiele nach Belieben austauschbar). Ein gemeinsamer allwöchentlicher Fernsehabend am zu engen Sofa - Rempeleien und Kuscheleien inklusive? Künftige Generationen werden das möglicherweise gar nicht mehr kennen.

Kritik hin oder her: Dancing Stars ist wunderbar belanglos, Unterhaltung im besten Sinne. Die Schmähs der Jury sind nicht einmal so unlustig, wie gemeinhin mokiert wird. Vor allem Kinder wissen die durchaus beachtlichen Leistungen (halb- bis viertel-)prominenter Tanz-Amateure – die nicht davor zurückscheuen, sich auch einmal lächerlich zu machen – sowie vor allem deren professioneller Partner zu schätzen. "Ich bin für Lizz, und du?", fragt der selbst Sport ausübende Sohn. Und unweigerlich merkt man, dass es am Freitagabend durchaus Spaß macht, Körper und Hirn auf die Hängematte zu legen, während sich die Tanzenden am Bildschirm verrenken.