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Thalhammer schaut sich bei Frauen-WM Frankreich "genauer" an

ÖFB-Teamchef sieht "Les Bleues" sicher im Semifinale - ÖFB-Beobachtungs-Reisen zu zwei Frankreich-Spielen geplant - Verdoppelte WM-Prämien "Schritt in richtige Richtung"

Österreich ist bei der am Freitag startenden Frauen-Fußball-WM in Frankreich nur in der Zuschauerrolle. Die Blicke sind dabei vor allem auf das Gastgeberteam gerichtet. Die Französinnen sind als einziges Team von Österreichs EM-Qualifikationsgegnern im Endrundeneinsatz. "Für uns geht es in erster Linie um Frankreich, die werden wir uns genauer anschauen", sagte ÖFB-Teamchef Dominik Thalhammer.

Das nicht nur aus der Ferne. Voraussichtlich zwei Partien von "Les Bleues" werden von je zwei Personen vor Ort beobachtet, wer hinfliegt ist noch nicht fixiert. Schon am Freitag treffen die Französinnen auf Südkorea, am 12. Juni folgt das Duell mit Norwegen. Zum Abschluss ist am 17. Juni wohl Nigeria ein dankbarer Gegner. "Ich glaube schon, dass sie noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht haben und als Gastgeber schon eine gute Rolle spielen werden. Ich sehe sie sicher im Semifinale", verlautete der Wahl-Oberösterreicher.

Topfavorit ist der WM-Veranstalter aber nicht. "Die USA und Japan werden schon wieder eine Riesenrolle spielen", vermutete Thalhammer. Nach zwei Finalspielen in dieser Paarung bei den jüngsten Turnieren sei nun aber die Wahrscheinlichkeit höher für eine europäische Beteiligung. "Der Frauenfußball ist von der Dichte her in Europa schon besser und ich muss auch sagen, dass eine EM ausgeglichener ist als eine WM und das Niveau auch höher ist, weil bei einer WM doch auch Teams aus dem afrikanischen oder asiatischen Raum dabei sind, die sich für eine EM nicht qualifizieren würden", gab der ÖFB-Coach Einblick.

Er rechnete bei dem Turnier nicht mit großen taktischen Neuerungen. "Es wird aber spannend sein, zu sehen, was sich an der Weltspitze tut, und was sich in den letzten Jahren verändert hat", so Thalhammer. Der Leiter der ÖFB-Trainerausbildung wollte neben den Frankreich-Partien auch "wichtige, entscheidende" WM-Spiele via TV oder der Fußball-Plattform "wyscout" verfolgen.

Dass sich Österreich nicht qualifizieren konnte, ist noch immer mit ein bisschen Wehmut verbunden. "Auch Europameister Niederlande konnte sich erst über das Play-off qualifizieren, daran sieht man wie schwierig es für europäische Teams ist. Unsere Quali war leider nicht wirklich perfekt", meinte Thalhammer. Platz zwei hinter Spanien war auch für die Play-offs zu wenig. Die Ibererinnen hat der ÖFB-Coach auch auf der Rechnung. "Sie können auch eine große Rolle spielen. In Spanien ist viel im Entstehen. Wenn man sieht, vor wie vielen Zuschauern dort Meisterschaftsspiele absolviert werden, muss man sagen, dass es großartig ist, was sich da tut", sagte Thalhammer.

Zum zweiten Mal wird die WM mit 24 Teams ausgetragen. Auch die vier besten Drittplatzierten schaffen dadurch noch den Aufstieg ins Achtelfinale. Die Prämien wurden für das Turnier auf 30 Millionen US-Dollar (26,82 Mio. Euro) verdoppelt. "Es wird von der FIFA sehr viel getan, um den Frauenfußball zu pushen. Ich will nicht werten ob das zu wenig oder zu viel ist, es ist einfach ein Schritt in die richtige Richtung", betonte Thalhammer. Erstmals werden auch 11,5 Millionen Dollar (10,28 Mio. Euro) an die Teams für die Turniervorbereitung ausgeschüttet. Eine Premiere ist auch, dass die Clubs der WM-Spielerinnen für die Abstellung der Kickerinnen entschädigt werden.