Die kleine Maus ist groß geworden

Der Nissan Micra war einst eines der kleinsten Stadtautos auf der Straße. In der fünften Generation ist er ordentlich gewachsen, bleibt aber im Vergleich noch immer ein agiles Zwutschgerl.

Größe ist relativ. Neben dem österreichischen NBA-Spieler Jakob Pöltl (2,13 Meter) wirkt man schnell einmal klein. Neben Valtteri Bottas dagegen (1,73 Meter) fühlt man sich groß.

Als Nissan 1982 den Micra auf den Markt brachte (damals noch als Datsun Micra), wollte man ein kleines, wendiges Auto für die Stadt bieten. In der zweiten Generation, die 1993 als erstes japanisches Fahrzeug in Europa den Titel „Auto des Jahres“ erhielt, schrumpfte man ihn noch einmal auf 3,72 Meter.

 

Größer, breiter, schwerer

Und jetzt? Im direkten Vergleich ist der Micra noch immer klein. Aber das hat damit zu tun, dass alle Autos über die Jahre länger, breiter und schwerer geworden sind. Stellt man die aktuell fünfte Generation neben das „Auto des Jahres 1993“ ist er um fast 30 Zentimeter gewachsen. Wobei Nissan alles getan hat, um unter den magischen vier Metern Länge zu bleiben. Haarscharf. 3999 Millimeter misst der aktuelle Micra.

Der Vorteil dieser relativen Kleinheit ist, dass auch das Gewicht gering ist: 1089 Kilogramm Eigengewicht bringt der kleinste Nissan gerade einmal auf die Waage (wobei die erste Generation noch ein Leergewicht von weiger als 700 Kilogramm hatte). Und das bedeutet, dass man das Zwutschgerl recht agil und flott bewegen kann. Vor allem mit dem neuen Dreizylinder-Benzinmotor mit 999 Kubikzentimeter Hubraum und einer Leistung von 100 PS (74 kW). Der Turbomotor liefert nun mehr Drehmoment über den gesamten Drehzahlbereich, soll aber laut Nissan sparsamer sein. Auch das ist relativ: Wir kamen in unserem Test auf einen Verbrauch von 7,1 Litern auf 100 Kilometer.

Vielleicht hätte die Automatik beim Sparen geholfen, aber dafür hätten wir die Eigenschaften des stufenlosen CVT-Getriebes in Kauf nehmen müssen. Die manuelle Sechsgangschaltung war uns da schon lieber.

Innen haben die Japaner das Infotainment-System (Sieben-Zoll-Touchscreen) ordentlich aufgerüstet. Apple CarPlay und Android Auto werden ebenso geboten wie eine Echtzeit-Verkehrsinfo (in den ersten fünf Jahren kostenlos). Mit dem System kann man die Route zu Hause oder im Büro am PC planen und per Smartphone an das Navigationssystem schicken. Die Navigation beginnt, sobald man das Auto gestartet hat.

Einstiegspreis für das wendige Stadtauto sind in Österreich 12.905 Euro. Das kann man unter anderem mit Bose-Lautsprechern und verschiedenen Assistenten leicht auf 20.000 Euro steigern. Da beginnt preislich auch der N-Sport, der sich mit 117 PS recht lustvoll bewegen lässt. (rie)