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Experten-Speed-Dating

Schneller Pitch plus Dating ohne Hast

Nach einem kurzweiligen Vortrag luden vier Unternehmen zu ihrer Expertenstation, wo sich Zeit genug fand, um Fragen der Tagungsteilnehmer in persönlichen Gesprächen zu beantworten.

Unter Pitch versteht man zumeist eine sehr kurze Präsentation einer Geschäftsidee vor möglichen Investoren, Kunden, Mitarbeitern oder Partnern. Bei den vier Pitch-Vorträgen im Rahmen des neuen Tagungsformats Experten-Speed-Dating stand die Idee im Vordergrund, die Tagungsteilnehmer zur anschließenden Expertenstation zu locken, um gemeinsam mittelstandstypische Fragen zu erörtern.

Je fünf Minuten waren für einen Pitch vorgesehen. Wie man die Zeit eloquent und sekundengenau nutzt, zeigte gleich zu Beginn Alexander Knabl von der Acredia Kreditversicherung. „Waren Zahlungsausfälle in den letzten Jahren eher ein untergeordnetes Thema in Österreich, so ist dies gerade dabei, sich zu ändern. Man kann sagen: Das Risiko ist wieder da.“ So machte Knabl deutlich, dass lange währende Finanzierungen und Risikoabsicherungen heute mehr denn je essentielle Bedeutung für jedes Unternehmen darstellen. „Ich lade Sie ein, zu uns zu kommen, damit wir uns gemeinsam ansehen, wie sich Risiken minimieren lassen und welche Instrumente und Lösungen ihnen die Acredia in Finanzierungsfragen anzubieten hat.“

Auf die Präsentationen folgte das Speed-Dating. Das Ende letzten Jahrtausends in den USA populär gewordene Flirt-Konzept wird mittlerweile auch bei der Suche nach einem Job, einer Wohnung oder – wie bei dieser Veranstaltung – zum fachlichen Meinungsaustausch genutzt. Bei der dritten Mittelstandstagung von „Die Presse“ hat man die Prinzipien dabei vor allem bezüglich „Speed“ aufgeweicht. Statt den üblichen paar Minuten standen die Vortragenden im Anschluss an ihren Pitch knapp zwei Stunden zur Verfügung.

Bildung für neue Kompetenzen

Das Kontaktformat wurde von den Teilnehmern weidlich genutzt, wie etwa Helga Pattart-Drexler, Head of Executive Education der WU Executive Academy, im Anschluss berichtete: „Der Zustrom war groß. Viele der Fragen, die dabei an mich herangetragen wurden, beschäftigten sich mit konkreten Herausforderungen, mit denen Unternehmen und Individuen heute und in der Zukunft umgehen müssen. Besonderes Interesse wurde an den verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten an der WU Executive Academy gezeigt.“ Im Fokus der Gespräche standen vor allem die aktuell wichtigsten Trends und Entwicklungen wie etwa Data Science, Digital Transformation, Innovation oder Agile Leadership. „Ich denke, das liegt daran, dass diese Überschriften auch die berufliche Zukunft entscheidend mitbeeinflussen werden. Die Menschen haben das Gefühl, dass es notwendig ist, an diesen Themen dranzubleiben, weil es zukünftig völlig neue Kompetenzen braucht“, so Pattart-Drexler. In der Arbeitswelt von morgen wird es laut der Executive-Education-Fachfrau in erster Linie um einen besonderen Unternehmergeist und eine ausgeprägte Kultur des Mitgestaltens, des Kreativ-Seins und der Co-Kreation gehen, also um das partnerschaftliche Entwickeln von Lösungen gemeinsam mit dem Kunden. „Alle diese Eigenschaften und Kompetenzen können und müssen trainiert werden. Was es dafür braucht, sind die richtigen Rahmenbedingungen. Und die können wir mit unserem Weiterbildungsangebot liefern“, sagt Pattart-Drexler.

Digitalisierung & Arbeitsrecht

Bei der Station der TPA Steuerberatung brachten die beiden Partner Sebastian Haupt und Dieter Pock die Themenangebote Tax-Compliance-Systeme sowie Umsetzung und Notwendigkeit von internen Kontrollsystemen mit an ihren Stehtisch.  „Die Digitalisierung von Unternehmensprozessen stellt einen idealen Zeitpunkt dar, um die internen Kontrollmechanismen und Systeme (IKS) zu hinterfragen, zu schärfen und neu – im Idealfall digital – aufzusetzen“, so Haupt und Pock. Bei den Gesprächen mit den Teilnehmern lag der Schwerpunkt auf einzelnen Teilbereichen, die thematisch von der Automatisierung von Buchhaltungen bis hin zu notwendigen Untersuchungen von gesamten unternehmensinternen Abläufen und Schnittstellen reichten. „In Summe hat sich gezeigt, dass viele Unternehmen im Mittelstand das Thema Digitalisierung mit großem Interesse verfolgen und aktiv daran herangehen. Viele von ihnen stehen erst am Beginn dieses Prozesses und möchten die Chance bestmöglich nutzen, zum Beispiel durch den Aufbau eines gut funktionierenden IKS“, resümierten die TPA-Partner.

Antworten auf Fragen zum Bereich des Arbeitszeitrechts holten sich die Teilnehmer bei der Expertenstation von Schindler Attorneys. „Am häufigsten ging es um die praktischen Auswirkungen des 12-Stunden-Tages, wie er im Betrieb genutzt werden kann, welche Verträge umzugestalten und ob neue Vereinbarungen abzuschließen sind“, berichtete Barbara Klinger, Partnerin bei Schindler Rechtsanwälte und Leiterin der Arbeitsrechtspraxis. „Unsere Gesprächspartner waren sehr interessiert an den Optionen und Rahmenbedingungen flexibler Arbeitszeitmodelle. Welche Möglichkeiten bieten das Gesetz, der Kollektivvertrag und/oder Betriebsvereinbarungen? Welches Regelwerk ist noch notwendig? Wir konnten über unsere Erfahrungen mit Gleitzeitmodellen und 4-Tage-Wochen informieren sowie Fragen des Datenschutzes und der Arbeitszeiterfassung – allgemein sowie im Zusammenhang mit Home-Offices – beantworten.“ Es ist eines der Spezialgebiete der Kanzlei, wie die Arbeitsrechtspraxis-Fachfrau erklärt: „Wir beraten umfassend bei der Neugestaltung und Einführung von Arbeitszeitmodellen, erarbeiten gemeinsam mit den Unternehmen die rechtlichen Rahmenbedingungen, verhandeln mit Betriebsräten, schulen Mitarbeiter bzw. unterstützen bei der internen Kommunikation. Unsere Datenschutzexperten wiederum beantworten alle Fragen zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und bereiten Betriebsvereinbarungen und Richtlinien vor, bei deren Umsetzung im Betrieb wir unsere Klienten unterstützen.“