Schnellauswahl
Sport-Club

Bewegung tut gut – wenn sie gut ist

Liegestuhl auf Rädern.
Liegestuhl auf Rädern.(c) Clemens Fabry

Übersiedeln ist für Zwecke der Fitness nicht die beste aller denkbaren Übungen.

Es gibt schlimmere Süchte als die nach Bewegung. „Sich regen bringt Segen“, bestätigt der Volksmund, in gesprochener Form übrigens nur um das Reflexivpronomen mehr als ein ebenfalls sprichwörtlicher Trost für (vermeintlich) schlechtes Wetter. Aber wir kommen vom Thema ab: Bewegung tut gut.

Das gilt freilich nicht für jede Form der Bewegung. Ich, der ich meine einschlägige Sucht hier im Club nur sehr unzureichend zu verbergen suche, war dieser Tage mit der vielleicht existenziellsten aller Bewegungen beschäftigt, dem Übersiedeln. Mehr habe ich nicht gebraucht – weniger wäre gut gewesen!

An der – ohnehin geringen – Entfernung ist es nicht gelegen. Aber an den Tätigkeiten, die mit dem Ortswechsel verbunden sind: vom viel und schwer Schleppen (alles konnte ich leider nicht der Spedition überlassen) über monoton belastendes Hantieren (und da rede ich von freiwilligen Aktionen wie selbst ausmalen, nicht davon, wie Kassakräfte konstant Käufe von Kunden zu scannen) bis zu den seltsamsten Verrenkungen beim Montieren von Möbeln und anderen Kleinigkeiten.

Das alles beleidigte einen mir bereits bekannten Nerv in der Halswirbelsäule wieder, mit dem ich schon Frieden geschlossen hatte. Zum Ausgleich eine wohltuende Runde Rad zu fahren wäre nicht die beste Idee gewesen, weil das angesichts der eher gestreckten Kopfhaltung erst recht auf den Nerv gedrückt hätte.

Radfahrtechnisch hilft da nur eines: ein Liegerad. Mir ist keine andere Form des Radelns bekannt, bei der die Kopf-, Nacken- und Schulterpartie so entspannt ist wie auf diesem Gerät, auf dem man rücklings in die Waagrechte tendiert. Dazu gehört allerdings, sich beizeiten mit dem Fahrgefühl vertraut zu machen – rund 500 Kilometer Erfahrung braucht man dafür schon. Als Anfänger kann man zu verkrampften Reaktionen neigen.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com

[PZ4MR]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2019)