Politischer Schriftsteller wider Willen. Peter Handke in seinem Haus in Chaville.

Vor der Nobelpreisverleihung: Handke-Lektüre für Handke-Gegner

Mit der Anti-Handke-Allianz wollte sich kaum jemand öffentlich anlegen – auch weil sich darunter nur wenige Handke-Leser finden, das macht eine argumentative Auseinandersetzung so schwer. Diesen Gegnern seien die Bände über „Handke als Leser“ und als Übersetzer ans Herz gelegt.

Eine der absurdesten Reaktionen in der an Absurditäten nicht armen Erregungsspirale rund um den Literaturnobelpreis für Peter Handke war die Berichterstattung über den Auftritt der Journalisten in Griffen Mitte Oktober, die ihn, statt ihm zu gratulieren, mit dem Fauxpas eines jungen Kollegen konfrontierten. Ein solcher war die Verwechslung der Textsorte Dankesrede mit einer Anklageschrift gegen Handke. Fast alle Medien und quasi die gesamte Armada der Online-Stammtische machten sich über Handkes Ausruf lustig, er sei ein Schriftsteller und komme von Homer und Cervantes her. Was die Bilder dazu zeigten, war weniger Zorn, der Handke im ungeschützten Umgang mit der medialen Öffentlichkeit tatsächlich leicht befällt, als Entsetzen.