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Schneeschuhwanderung ohne Schnee-

Der Schneeberg von Osten gesehen, von der Sonne nur noch oberhalb der Breiten Ries beschienen
Benedikt Kommenda

Es ist niederschmetternd, wie erledigt man nach einer einfachen Wanderung sein kann. In meinem Fall nach einer am Fuß des Schneebergs, die sich tags darauf anfühlt, als wäre ich mindestens zweimal den ganzen Berg rauf und runter gestiegen.

Gesucht hatte ich eine Tour etwas höher an einem Wiener Hausberg. Geworden ist es eine „Schneeschuhwanderung auf die Mamauwiese von Losenheim“, wie sie „www.wieneralpen.at“ anpreist. Der dort ebenfalls empfohlene Berggasthof Mamauwiese hat zwar bis April zu (im Gegensatz zum angeblich „derzeit geschlossenen“ Wasserfallwirt, der auch an der Strecke liegt), aber trotzdem zu einer freundlichen Telefonauskunft bereit: Dort, auf knapp 1000 Metern, sind Schneeschuhe derzeit unnötig, weit und breit kein Tiefschnee.

Also habe ich mich zum Marsch wenn schon nicht ohne Schnee, so doch ohne Schnee- entschlossen: einer Schuhwanderung also. Start und Ziel sind die Talstation der Schneeberg-Sesselbahn in Losenheim, die man, der roten Markierung Richtung Mamauwiese folgend, links liegen lässt. Es geht nicht nur bergauf, sondern stellenweise auch steil gestuft bergab. Dort frage ich mich, ob Schneeschuhe für den schmalen Steig wirklich geeignet wären, hätte aber gerne wenigstens die Wanderstöcke mit. Spaziergang ist das hier keiner, aber bald kommt man ja auf die weit ausgebreitete Mamauwiese.

Von dort geht es zurück zu jener Weggabelung, die auch der Sebastianbach kreuzt. Sie müssen hinüber, aber keine Sorge: Nicht durchs Wasser, sondern über ein etwas verborgenes Brücklein. Der Sebastian-Wasserfall ist gerade jetzt, wo eisige Orgelpfeifen ihn säumen, nett anzusehen, wie auch der Schneeberg in all seiner Breite, auf den man ab Sonnleiten westwärts zustrebt. Stichwort Sonne: die bescheint zur Mittagszeit leider nur noch ein letztes Dreieck oberhalb der Breiten Ries. Meine Muskeln haben sich inzwischen erholt. Die – zwischen Radeln und Langlaufen – eher ungewohnten Gehversuche haben Lust auf mehr gemacht.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2020)