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Déjà-vu

Die Entzauberung der Grünen ist schon im Gange

(c) Peter Kufner
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Die Grünen sind eine Partei wie alle anderen – oder müssen es werden. Enttäuschung in intellektueller Anhängerschaft.

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Österreich wird Österreich bleiben – auch unter der zweiten Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz“, schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“. Obwohl es die Kollegen in der Schweiz nicht so gemeint haben mochten, klingt das in den Ohren von Österreichern wie eine gefährliche Drohung. Zwar hat jeder der beiden Koalitionspartner das „Beste aus seiner Welt bekommen“, daraus wird aber kein wirkliches Reformprogramm für die Republik: nicht bei den Pensionen, die für Kurz ohnehin eine Tabu sind, nicht im teuren Föderalismus, der Kurz in seinem eisernen Griff hat; nicht einmal auf eine Abschaffung der kalten Progression darf man sich große Hoffnungen machen. „Die schwarz-grüne Revolution bleibt aus“, konstatiert das Blatt nüchtern.

Podcast-Tipp: Hans Winkler zum Hören

Hans Winkler schreibt nicht nur Kolumnen ind er „Presse“, man kann ihn jetzt auch hören. in der aktuellen Folge unseres Podcasts 18'48'' diskutiert er mit seiner Kollegin Anneliese Rohrer über die türkis-grüne Regierung. Zum Hören gleich direkt hier oder auf allen gängigen Podcast-Plattformen, von Apple und Google bis Spotify.

Seit sich diese Koalition abzuzeichnen begann, wird sie begleitet von einer schwärmerischen Vorschussbegeisterung gerade der sogenannten bürgerlichen Medien. Kaum ein Kommentator, der in seiner Hymne auf eine türkis-grüne Regierung nicht das Wort „Charme“ verwendet hätte. Was an einer Sache charmant sein soll, weiß man nicht, normalerweise werden nur Menschen so bezeichnet. Auf die beiden Protagonisten, Sebastian Kurz und Werner Kogler, trifft das jedenfalls nicht zu: Der eine ist zu kühl und kontrolliert, der andere zu derb, als dass man ihn als charmant bezeichnen würde. Auch das Kürzel K & K ist verräterisch. Es klingt eher nach Nostalgie als nach großem Aufbruch.