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Prüfung mit Automatik oder manuell? Das wird ihn vermutlich nicht mehr beschäftigen.
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Verkehrssicherheit

Brauchen wir künftig noch Fahrschulen?

Sicherheitsfeatures, die dem Fahrer nur assistieren, sind fast schon von gestern: Wir stehen vor der Einführung pilotierender Systeme. Muss man dann noch in die Fahrschule? Blick auf eine Branche, die beschlossen hat, nicht aussterben zu wollen.

Dass das autonom fahrende Elektroauto nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wenn es seinen Besitzer (oder sagen wir besser, von wegen Mobility as a Service: Nutzer) in der Früh in die Stadt hineinstaut, alsdann in eine Umlaufbahn, Parkgarage an der Peripherie oder sonst wohin verschwindet und erst auf elektronischen Zuruf wiederum in Erscheinung rollt, um in der Abendverkehrsspitze zwar lokal keine schlechte Luft, aber auch keine Meter zu machen, ist evident.

Dass das rote Wien von den Plänen der damaligen türkis-blauen Bundesregierung, die Busspuren für Elektroautos freizugeben, nicht nur wegen der politisch-semantischen Notwendigkeiten nicht begeistert war („Opposition“ heißt, dagegen zu sein), ist objektiv betrachtet mehr als verständlich.

Ist der letzte Führerschein-Neuling, wie es ein reißerischer Buchtitel prognostiziert, wirklich schon geboren? Fahren die Autos tatsächlich bald von selbst? Die erste Frage ist ziemlich sicher zu verneinen, die zweite Frage hingegen mit einem „Ja, aber“ zu beantworten.

Im Schneetreiben. In Arizona scheint immer die Sonne, die Straßen sind breit und gerade. Betrachten Sie bitte die für das Können erforderliche Technologie als entwickelt, es geht nur mehr ums Dürfen. Wie ein heute kaufbarer, gut konfigurierter Mercedes per Tipp auf den Blinkerhebel in der Hanssonkurve geschmeidig den Fahrstreifen wechselt, ist wirklich sehr, sehr beeindruckend. Kommst du aus dem Süden in die Stadt, übernimmt der Benz den 100er bei Mödling und den 80er bei Vösendorf ganz selbstverständlich in den Tempomat. Wenig später Kopfschütteln statt Begeisterung: Beim ersten Lkw-60er (den dessen eigentliche Zielgruppe nicht einmal ansatzweise ernst nimmt) bremst der Stern von 80 auf 60 ab.

Und wenn sich bei einem britischen Luxushobel mit dem Preisschild einer Garçonnière im Schneetreiben auf der Wiener Außenringautobahn der Tempomat ausschaltet, weil der Radarsensor der Abstandswarnung verklebt und dann gleich das ganze System auf Zeitausgleich geht, wird jede euphorische Zukunftsgläubigkeit rasch neu dimensioniert.