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Quergeschrieben

Frühjahr 1945: Hoffen auf die Amerikaner – Angst vor den Russen

Das Kriegsende war nicht nur von Freude, sondern auch von Angst geprägt. Die Nachwirkungen sind bis heute erkennbar.

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Frau N. ist 91 Jahre alt. Jeden Abend lässt sie alle Rollbalken ihres Hauses herunter, legt Sicherheitsketten vor, sperrt die Zimmertüren im Erdgeschoß ab, auch die Gittertür, die sie sich zum Zimmer Richtung Garten hat einbauen lassen. Neben ihr Bett legt sie griffbereit das Telefon, da sich der Anschluss des Festnetzes im Erdgeschoß befindet. Auch untertags sind im Haus die Türen zum Keller und zu den nicht benutzten Zimmern stets verschlossen. Sie hat nie geheiratet. Frau N. wohnt mit Verwandten zusammen, die sie über Nacht nicht allein lassen können. Sie lebt in ständiger Angst vor Eindringlingen, ihr Leben lang.