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Social Distancing am Balkon

nsere Pflanzen am Balkon haben sich die Blattläuse eingefangen.
nsere Pflanzen am Balkon haben sich die Blattläuse eingefangen.(c) AGES/Christa Lethmayer (AGES/Christa Lethmayer)
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Jetzt ist schon wieder was passiert. Unsere Pflanzen am Balkon haben sich die Blattläuse eingefangen, und das, als ich gerade in einer überaus laussorgenbefreiten Stimmung war.

Denn wegen der strengen Abstandsregeln in der Schule ist eine sonst latente Sorge aller Eltern derzeit obsolet: Dass die Kinder jederzeit mit Kopfläusen nachhause kommen könnten nämlich.

Hauptbelagert ist eine Paradeiser-Pflanze (ich kann hier nicht „Tomate“ schreiben, weil die Mama sonst schimpft). Als erste Maßnahme habe ich, Abstandhalten ist derzeit ohnehin en vogue, die Blumentöpfe so weit es geht auseinandergeschoben, um die Rundreise der Blattläuse zumindest zu erschweren, wenn sie dabei imaginäre Babyelefanten überwinden müssen. Social Distancing am Balkon also. Natürlich würde ich am liebsten den Tipp unserer Garten-Expertin Ute Woltron aus der „Presse am Sonntag“ befolgen, die für ein giftfreies Entfernen der Blattläuse mittels Abspülens durch den Gartenschlauch plädiert hat. Mangels Schlauchs habe ich weiter im Netz gesucht und in etwa 100 Tricks gefunden, die mir entweder nichts sagen (Reinfarnbrühe) oder aufwendig klingen (Knoblauchcocktails).

Hilfreich sollen auch Ohrwürmer sein, wobei ich mir nicht sicher bin, wie groß meine Freude über eine Ohrwurm-Truppe, die vielleicht auch in die Wohnung marschiert, wäre. Sympathischer sind da schon Marienkäfer, deren Larven ja nach Internetquelle zwischen 40 und 800 (!) Läuse am Tag fressen sollen. Aktuell liegen unsere Hoffnungen auf einem einzelnen Marienkäfer, der uns neulich ins Wohnzimmer geflogen ist, wo er vom Kind einen Namen („Marinetta“) bekommen hat und in das Hauptläusesiedlungsgebiet gesetzt wurde. Im Internet kann man übrigens Marienkäferlarven im 30er-Pack bestellen und dazu auch gleich ein hübsch bemaltes Marienkäferhäuschen. Wenn ich das dem Kind erzähle! Eine Käfer-Großfamilie samt buntem Deluxe-Hotel! Aber schauen wir einmal, was Marinetta in ihrem Läuse-Schlaraffenland schafft. Sonst kommt die Marienkäferhorde. Oder einfach ein Gartenschlauch. In diesem Sinne: Schöne, blattlausfreie Pfingsten!

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com