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Gastkommentar

Nehmt die „Black Lives Matter“-Bewegung ernst

Nein, ich werde mich nicht auf Türkis umfärben.
Nein, ich werde mich nicht auf Türkis umfärben.Peter Kufner.
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21 Jahre nach der „Operation Spring“, bei der gezielt schwarze Menschen festgenommen wurden, gingen in Österreich 100.000 Menschen auf die Straße, um für die Rechte Schwarzer zu demonstrieren. Einmalig in Österreich.

Auf Österreichs Straßen und Plätzen haben beinah 100.000 Menschen von 3. bis 10. Juni 2020 gegen strukturellen Rassismus und für Black Lives, also für das Leben und die menschenwürdige Existenz schwarzer Menschen demonstriert. Die „Black Lives Matter“-Demonstrationen gab es in acht von neun Bundesländern (in allen außer im Burgenland). Einmalig in Österreich.

Die Demonstranten trugen Plakate mit starken Botschaften wie „White Silence is Compliance“ (dt.: „Das Schweigen weißer Menschen ist eine Zustimmung [zustrukturellem Rassismus]“) oder „Pro-Black isn't Anti-White“ (dt.: „Für Schwarze zu sein, bedeutet nicht, gegen weiße Menschen zu sein“). Botschaften, getragen von sowohl schwarzen als auch weißen Menschen – ein Bild, das vor 21 Jahren nicht denkbar war.

Am 27. Mai 1999, 19 Tage, nachdem die afrikanischen Communities in Wien zum ersten Mal eine große Demonstration gegen den „rassistischen Polizeiterror“ nach dem Mord an Marcus Omofuma organisiert hatten, stürmten österreichweit etwa 850 Polizisten unter dem Titel „Operation Spring“ Wohnungen und Flüchtlingsheime von zahlreichen afrikanischen AktivistInnen. 127 von ihnen wurden festgenommen und von Boulevardmedien wie Exekutive als Kriminelle vorverurteilt. Die „Operation Spring“ war die größte kriminalpolizeiliche Aktion in Österreich in der Zweiten Republik.

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In Minneapolis (Minnesota) starb George Floyd am 25. Mai 2020 qualvoll an den Folgen einer polizeilichen Misshandlung. Sein Tod wurde von der 17-jährigen Darnella Frazier gefilmt und in sozialen Medien in die ganze Welt getragen. Die unerträglichen Szenen weckten Erinnerungen an zahlreiche andere Polizeibrutalitäten gegen afroamerikanische Bürger. Dieser Vorfall erweckte die „Black Lives Matter“-Bewegung, die 2013 von den drei Frauen Alicia Garza, Patrisse Cullors und Opal Tometi ins Leben gerufen wurde, zu neuem Leben.