Gastkommentar

Die politische Korrektheit als ein bedrohlicher Kobold

Replik. Wenn die Kritik an der Political Correctness zur grotesken Karikatur verkommt.

Die Gefahr für die Meinungsfreiheit kommt von rechts und wird passend mit ,Orbánisierung‘ betitelt.“ Aus meiner Aussage in einem Kommentar zitierte Hans Winkler in seinem „Déjà-vu“ vom 14. 7. („Die Kontrolle der Sprache als Anti-Aufklärung“) den ersten Teil und fügte Folgendes hinzu: „Auf Deutsch bedeutet sie: Es gibt Meinungen, die richtig sind und die geäußert werden dürfen – und das sind linke und politisch korrekte.“

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Dass Winkler aus meinem Satz die Befürwortung eines Meinungsdiktats herauslas, überraschte mich einigermaßen. Die Überraschung währte jedoch nur so lang, bis ich erkannte, dass es sich bei seinen Auslassungen um einen Text aus der Gattung „Anti-Political-Correctness-Kommentar“ handelt. Da ist es üblich, dass sich Autoren mit einem Zerrbild der Wirklichkeit auseinandersetzen. Sie konstruieren einen Gegenspieler, der so bedrohlich und absurd ist, dass die Leserschaft gar nicht anders kann, als zuzustimmen. Das macht es für den Autor gemütlich, weil er keine überzeugenden Argumente anführen muss. Wer ist schon gegen die freie Rede?


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