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Gastbeitrag

Fenster auf an den hohen Schulen

Vor genau 50 Jahren bekam Österreich mit Hertha Firnberg die erste Ministerin für Wissenschaft und Forschung.

Am 27. Juli 1970 beschloss der Nationalrat eine Novelle zum Ministeriengesetz, mit der das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung errichtet wurde. Am 29. Juli wurde Hertha Firnberg von Bundespräsident Jonas angelobt.

Zum ersten Mal gab es nun ein Regierungsmitglied mit ausschließlicher Zuständigkeit für die Wissenschaften. Veränderungen waren überfällig. Die Modernisierung der Universitäten und Hochschulen wurde in Angriff genommen. Seit 1945 wurde nur ein einziges Universitätsgebäude errichtet. Die Ausstattung war überwiegend veraltet. Die Hochschulpolitik erschöpfte sich in Berufungspolitik. Männer, die meist einer weltanschaulichen Verbindung angehörten und ihre Laufbahn oft nur an ihrer Hochschule absolvierten, wurden Professoren, selten Wissenschafter mit Erfahrung in anderen Ländern. Versuche, Vertriebene zu gewinnen, gab es nicht. Frauen zu berufen war kein Thema. An den Hochschulen ging es traditionell autoritär zu. Im Unterrichtsministerium gab es nur eine Hochschulabteilung neben mehreren, die für die Schulen zuständig waren. Die Versorgung mit Daten und Statistiken war dürftig. Es herrschte das Monopol der Juristen, viele gehörten einem Männerbund an. Nur rund 50.000 Studierende waren inskribiert (heute 380.000). Die Empfehlungen der OECD waren bekannt, sie beruhten auf der Einsicht, dass höhere Bildung und Forschung die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum ist. Mehr Studierende, mehr Forscher und Lehrer, moderne Geräte sind erforderlich. Doch außer einem neuen, komplexen Studienrecht (1966) und den ersten Diskussionen über eine große Reform (1969) geschah wenig bis nichts.