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Luft- und Raumfahrt

Der neue Traum vom Fliegen

Während seiner Flugstunden soll der Helicopter „Ingenuity“ immer in der Nähe des Rovers „Perseverance“ bleiben.
Während seiner Flugstunden soll der Helicopter „Ingenuity“ immer in der Nähe des Rovers „Perseverance“ bleiben.(c) NASA/JPL-Caltech
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Weil auf dem Mars die Orientierung mit GPS nicht möglich ist, navigiert der neue Nasa-Helikopter dort bald mithilfe einer Kamera und eines Bewegungssensors.

Der Traum vom Fliegen, so alt wie die Menschheit, schien lange unerreichbar. Heute findet es kaum mehr Beachtung, wenn eine Mission in Richtung Mars startet – dieses Jahr waren es bereits drei (siehe Lexikon). Doch die jüngst von Cape Canaveral aus gestartete „Mars 2020“-Mission der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa bringt neben dem Perseverance Rover auch ein neuartiges Fluggerät auf den Roten Planeten. Der unbemannte Helikopter mit dem stolzen Namen Ingenuity, zu Deutsch „Einfallsreichtum“, musste das Fliegen von Grund auf lernen – da kam der Einfallsreichtum gerade recht.

Denn neben den staubig-windigen Verhältnissen auf dem Mars stellten sich den Ingenieuren zwei fundamentale Probleme. Erstens die verminderte Atmosphärendichte: Auf der Erde fliegen Helikopter selten über 4000 Meter hoch, da ihr Auftrieb von der Luftdichte abhängt. Der Druck auf dem Mars aber ist vergleichbar mit einer terrestrischen Höhe von 36 Kilometern. Ein Motor mit vielen Rotorumdrehungen soll dieses Leistungsproblem lösen. Komplizierter und bisher ungelöst war die zweite Herausforderung: Ohne GPS-Technologie und nur mit bordeigener Messtechnik muss sich der Heli im Gelände orientieren und stabil in der Luft halten.