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Wien ist nun anders

Die Wien-Wahl ist jetzt endgültig entschieden. Und es hat sich noch Erstaunliches getan im Vergleich zum Ergebnis am Wahlsonntag.

Die Wien-Wahl ist jetzt endgültig entschieden. Und es hat sich noch Erstaunliches getan im Vergleich zum Ergebnis am Wahlsonntag. Die ÖVP ist nun der alles überstrahlende Wahlsieger: Sie hat mit gut 20 Prozent jenes Ergebnis erreicht, das alle Umfrageinstitute immer vorausgesagt haben – außer dem eigenen.

Einen noch größeren Erfolg haben freilich die Neos eingefahren – und am Wahlabend auch schon gebührend vorgefeiert. Sie haben mit einem sensationellen Plus von 1,31 Prozentpunkten die Freiheitlichen überholt. Und Hand auf Herz, wer hätte das 2015 für möglich gehalten?

Die Grünen wiederum konnten ihr Ergebnis selbst kaum glauben – und wollen nun nachzählen lassen: Auf Bundesebene als Juniorpartner in einer Koalition mit der bösen ÖVP – und dennoch von der eigenen Klientel nicht abgestraft werden? Wie geht das?, fragen sich viele Grüne zu Recht. Manche vermuten, dass die ÖVP hinter ihrem Plus von fast drei Prozentpunkten steckt – damit sie in der Bundesregierung weiterhin eine Ruhe geben.

Nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis ist Michael Ludwig. Durch das sensationelle Plus der Neos von 1,31 Prozentpunkten ist der Druck auf ihn nun enorm, mit dem wahren Wahlsieger eine Koalition eingehen zu müssen.


[QUI44]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2020)