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Konjunktur

Industrie erwartet im kommenden Jahr kräftigen Aufschwung

IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch (l.) und IV-OÖ-Präsident Axel Greiner sehen die heimischen Industriebetriebe trotz Krise gut aufgestellt.(c) IV OÖ
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Der zweite Lockdown fügt dem Produktionssektor wesentlich weniger Schaden zu als der erste. Fürs Jahr 2021 wird für Österreich mit einem Wirtschaftswachstum von vier Prozent gerechnet. Auf Vorkrisenniveau wird man jedoch erst in drei Jahren sein.

Die oberösterreichische Industrie sei zuversichtlich und rechnete bald mit einem „kräftigen Aufschwung“, betont Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ). Schon jetzt befänden sich die Aufträge und Auslastung der oberösterreichischen Industriebetriebe – je nach Branche – auf akzeptablem bis schon sehr gutem Niveau.

„Der aktuelle Lockdown fügt der Industrie wesentlich weniger Schaden zu als der erste Lockdown im Frühjahr“, betont IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch. „Denn die Unternehmen sind offen, die Lieferketten auch, die Mitarbeiter sind auch da.“ Darüber hinaus haben viele Industriebetriebe Teststraßen eingeführt – jede Woche werden Tausende Corona-Antigentests durchgeführt. Außerdem wurden umfassende Sicherheits- und Hygienekonzepte ausgearbeitet, und die Unternehmen haben ihre Arbeitszeit- und Schichtmodelle der Coronasituation – in Hinblick auf Kontaktvermeidung und Sicherheitsabstände – angepasst.

 

Gedämpfter Rückgang

Dass die Lage heute im Vergleich zum Frühjahr ganz anders ist, beschreibt die IV OÖ auch in Zahlen: „Der erste Lockdown hat in Österreich sieben bis 7,5 Prozent Rezession erzeugt.“ Der zweite Lockdown erzeuge nur noch einen Konjunkturrückgang von einem halben Prozentpunkt – womit der Konjunktureinbruch heuer rund acht Prozent ausmachen würde.

Solang die Lieferketten offen sind und die Industrieunternehmen durcharbeiten können, erwischt die Krise die Industrie auch nicht so stark wie den enorm betroffenen Dienstleistungssektor. Auch rechnet IV-OÖ-Präsident Axel Greiner, dass die Produktionsbetriebe schneller aus der Krise starten werden als andere. Haindl-Grutsch ergänzt: „Begleitet von einer konsequenten Standortpolitik, die den beschleunigten wirtschaftlichen Strukturwandel in Bildung, Forschung, Digitalisierung und Infrastruktur unterstützt, kann Oberösterreich auf Basis seiner industriellen Stärke besser und schneller aus der Coronakrise hervorgehen.“

Die IV OÖ erwartet für Österreich im kommenden Jahr rund vier Prozent Wachstum. Was Greiner und Haindl-Grutsch für 2021 so optimistisch stimmt? „Wir haben aktuell eine hohe Sparquote. Diese wird im nächsten Jahr zu einer verstärkten Konsumlaune führen.“

Außerdem werde die von der Bundesregierung ausgerufene Investitionsprämie stark nachgefragt. Drittens gebe die Impfung, die bald kommen soll, Zuversicht, und auch die US-Wahl ist geschlagen. „Somit kehrt eine Riesenvolkswirtschaft wieder zur Normalität zurück.“

Die Maßnahmen zur Konjunkturankurbelung kosten zwar viel Geld, aber „das ist besser als stillzustehen“, meinen Greiner und Haindl-Grutsch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2020)