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Kommentar

Unterstützungen sind nötig

Wolfgang Ecker ist Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich.(C) Philipp Monihart
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Je schneller wir Corona in den Griff bekommen, umso schneller funktioniert der Neustart unserer Wirtschaft.

Corona und die mit der Pandemie verbundenen Maßnahmen bedeuten für Niederösterreichs Unternehmen massive Belastungen. Regelungen und Herausforderungen ändern sich oft sehr rasch. Der Genetiker Markus Hengstschläger hat es in einem Interview so formuliert: „Noch nie war die Frequenz an vorhersehbaren wie auch unvorhersehbaren Problemstellungen so hoch wie in unserer jetzigen so schnelllebigen Zeit.“

Corona gehört definitiv zu den unvorhersehbaren Problemstellungen – und trifft uns doppelt, gesundheitlich wie wirtschaftlich. Beides lässt sich nicht voneinander trennen. Je schneller wir Corona gesundheitlich in den Griff bekommen, umso schneller und besser funktioniert es auch mit dem Neustart unserer Wirtschaft.

Die Auswirkungen von Corona auf die niederösterreichischen Unternehmen sind massiv, die Bandbreite hoch. Unternehmen, die nahezu unberührt sind, stehen neben solchen am absoluten Limit. Unterstützungen waren und sind dringend nötig – und werden das auch 2021 sein. Die Schlüsselbegriffe dabei lauten „rasch und unbürokratisch“.

Die Wirtschaftskammer Niederösterreich hat in dieser Situation neben verschiedenen Unterstützungen für Unternehmen gemeinsam mit dem Land ein 229 Millionen Euro schweres Konjunkturpaket geschnürt, das Investitionen von rund einer halben Milliarde Euro auslösen soll. Es hilft Unternehmen rasch bei aktuellen Investitionen und schafft zugleich Impulse, die einen neuen Aufschwung ins Visier nehmen. Berechnungen weisen durch dieses Konjunkturpaket ein Plus des BIPs von etwa 580 Millionen Euro und arbeitsmarktpolitische Effekte von rund 4600 Arbeitsplätzen aus.

Zugleich haben die Digitalisierung und die Regionalität, der Wert der „Unternehmen ums Eck“ als Schlüssel für Arbeitsplätze und Lebensqualität, einen Sprung nach vorn gemacht. Digitalisierung und Regionalität sind kein Widerspruch, sondern gehen Hand in Hand.

Verstärkte Online-Angebote der Unternehmen sind gekommen, um zu bleiben. Und das Bewusstsein der Bevölkerung für den Wert regionaler Betriebe, das sich nicht zuletzt in Einkäufen und Aufträgen zeigen muss, gilt es mit gezielten Initiativen weiter zu vertiefen und in den Köpfen zu verankern.

Dieser Schub bei der Digitalisierung und der Regionalität ist zugleich eine gute Basis zur Entwicklung von Perspektiven. Ich bin zuversichtlich, dass wir Corona 2021 medizinisch in den Griff kriegen – und damit in einen Aufschwung kommen. Die unternehmerische Breite, die Niederösterreichs Wirtschaft prägt, hat schon in vergangenen Krisen gezeigt, dass der Standort NÖ sehr widerstandsfähig ist und sich vergleichsweise relativ schnell erholt. Top-Betriebe, wie wir sie bei ALC auszeichnen, sind dafür eine wichtige Basis.



("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2020)