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Fahrbericht

Ein Teilzeitstromer vom Elektroauto-Profi

Der Renault Captur hat sich zu einem Bestseller entwickelt.
Der Renault Captur hat sich zu einem Bestseller entwickelt.Die Presse/Clemens Fabry
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Der Captur ist eines der beliebtesten Modelle von Renault, die seit Jahren mit dem Zoe das meistverkaufte Elektroauto Europas bauen. Jetzt hat man auch den Captur mit einem Plug-in-Hybrid-System ausgerüstet.

Wien. Mit dem Captur hat Renault 2013 den Geschmack der Zeit getroffen. Das Cross-over kombiniert das Bedürfnis, höher zu sitzen, mit einer kompakten Größe und einem flotten Aussehen. Selten wurden wir so oft auf ein Testauto angesprochen wie vor acht Jahren bei der ersten Ausfahrt mit dem Captur (wenn auch primär von älteren Herren).

Der Captur entwickelte sich zum Verkaufsschlager, in Österreich belegt er in der Verkaufsstatistik der Franzosen Platz zwei, geschlagen nur vom Dauerrenner Clio. Ende 2019 erneuerte man den Captur und stellte ihn auf eine neue Plattform der Renault-Nissan-Allianz – und bewies zugleich, dass man auf dieser Plattform auch schöne Autos aufbauen kann (auch der Nissan Juke steht auf dieser Basis...). Jetzt macht Renault beim Captur den nächsten Schritt und elektrifiziert ihn teilweise als Plug-in-Hybrid-Modell. Dass man Erfahrung mit Elektromobilität hat, beweisen die Franzosen seit Jahren erfolgreich mit dem Zoe, dem meistverkauften Elektroauto Europas.

Man muss bei einem Test solcher Modelle immer wieder betonen, dass ein Plug-in-Hybrid-System nur so gut ist, wie der Fahrer diszipliniert ist. Die Hersteller forcieren Hybrid-Pkw, weil sie ihnen helfen, die strengen CO2-Abgaben der EU zu erfüllen. Für die Käufer wiederum haben sie speziell in Österreich den erfreulichen Effekt, dass die NoVA wegfällt. Aber ihren umweltfreundlichen Zweck erfüllen diese Modelle nur, wenn man ständig die Batterie auflädt.

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

Ist man also diszipliniert, pendelt man mit dem Captur E-Tech Plug-in-Hybrid 160 völlig emissionsfrei in die Arbeit (wenn man nicht gerade vom Waldviertel nach Wien fahren muss). In unserem Test schaffte das Cross-over mit seiner 9,8-kWh-Batterie um die 50 Kilometer rein elektrisch, bevor sich der Benzinmotor wieder sanft aktivierte. Das genügt in den meisten Fällen für die Kilometerleistung eines Tages. Der Testverbrauch bewegte sich bei behutsamer Fahrweise bei um die 17 kWh auf 100 Kilometer.

Nun kann man den Elektromotor freilich auch nützen, um den Captur etwas sportlicher zu bewegen. Und dazu verleitet die Kombination durchaus, weil der E-Motor ein hohes Anlaufmoment hat. 205 Nm steuert er zusätzlich zu den 144 Nm Drehmoment des 1,6-Liter-Benzinmotors bei. Auf unseren Testfahrten in Stadt und Land ergab sich unterm Strich ein Verbrauch von 5,1 Litern auf 100 Kilometern.

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

Innen überzeugt der Captur mit einem ansprechenden, aufgeräumten Design, das auch in einer höheren Fahrzeugklasse nicht enttäuschen würde. Wie bei allen Plug-in-Hybrid-Modellen geht die Batterie zulasten des Kofferraumvolumens: 379 Liter sind es in diesem Captur, 536 Liter im normalen Dieselmodell.

In der zweiten Generation bietet der Captur alle Assistenzsysteme, die man mittlerweile gewohnt ist (und die teilweise bald EU-Pflicht sind): Vom adaptiven Tempomaten über den Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung bis zum Toter-Winkel-Warner und einem automatischen Fernlicht.

Der Captur kostet als Plug-in-Hybrid ab 33.790 Euro.

(rie)


[R5B1X]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2021)