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Quergeschrieben

Wie frei und autonom ist die Wissenschaft?

Universitäten und Wissenschaftler sind im Prinzip frei. Doch echte Unabhängigkeit ist das nicht: In der Praxis geraten sie immer mehr unter Druck.

In einer kürzlich publizierten Umfrage, zu welchen Institutionen besonderes Vertrauen besteht, rangiert die Wissenschaft weit vorn. Das ist erfreulich, denn es zeigt, dass Wissenschaft und Forschung als hohes Gut eingeschätzt werden. Die Wissenschaft genießt große Autorität und Glaubwürdigkeit, als unabhängige und integre Instanz, die nur ein Interesse hat: Dem Fortschritt und dem Wohl der Menschheit zu dienen. So jedenfalls ist die Außenwahrnehmung.

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Doch hält dieses Idealbild der Realität stand? „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei“, steht im Staatsgrundgesetz. Es gibt also eine gesetzlich garantierte Freiheit der Universitäten. Auch wurden durch die Reform 2002 die Universitäten in die „Autonomie“ entlassen. Das bedeutet, dass sie seither selbst ihre Angelegenheiten entscheiden, wie etwa den Einsatz ihrer personellen und finanziellen Ressourcen. Doch die Reform hat auch ihren Preis. Seither erhalten die Unis ihr Geld nicht mehr nur vom Ministerium und haben damit ein fixes Budget. Sie müssen nun „Drittmittel“ einwerben, also andere Geldgeber finden. Das können Institutionen sein, wie etwa Interessenverbände oder die EU, aber auch private Firmen, Stiftungen und Personen.