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Blattlinie

Die „Pandemie der Ungeimpften“

Anstecken trotz Impfung? Fünf Erfahrungsberichte. Und ein Trip nach Mailand.

Ich nehme an, Sie haben in den vergangenen Wochen auch schon einmal darüber diskutiert. Denn wann immer über die Lage auf den Intensivstationen und die „Pandemie der Ungeimpften“ geredet wird, kommt automatisch die Frage: Und was ist mit den Impfdurchbrüchen?

Für unsere Titel–Geschichte liefert Köksal Baltaci nicht nur die Statistik, er hat auch mit fünf Personen geredet, die sich trotz Impfung angesteckt haben – und das geht leichter und schneller als man denkt. Über ihren Verlauf, aber auch über ihre Erfahrungen mit den Behörden. Seine Ernüchterung über letztere schildert etwa Johannes R. ziemlich deutlich: Acht Tage habe es nach dem positiven Testergebnis gedauert, bis das Contact Tracing begann. Kein einziges Mal sei er während der Quarantäne kontrolliert worden: „Somit kann jeder Geimpfte fröhlich das Virus in die Welt tragen . . . Ich hätte als positiv getestete Person alles machen können, da man mit dem Vorweisen einer Impfung keinen Testnachweis braucht.“

Apropos Welt und tragen: Ein scharfe Themenkurve muss ich auf den restlichen Zeilen noch nehmen. Denn es gibt auch ein Leben nach der Pandemie. Modisch beginnt es zumindest gerade. Daniel Kalt nimmt sie in dieser Ausgabe mit zu der Mailänder Modewoche. Und beantwortet dabei die Frage: Wie fühlen sich Modeschauen an, die wieder physisch stattfinden (oder wie die prä-digitale Generation sagt: „in echt“)? Nun: Die Stimmung hat offenbar gepasst, die Gästeschar war zwar klein(er), das Party-Aufkommen jedoch groß. Modisch, so schildert Kalt, stehen die Zeichen auf Körpernähe, auch wenn sich die Ausläufer der Pandemie noch auf dem Laufsteg halten: Da gibt es heimelig Verträumtes bei Österreichs Mode-Export Arthur Arbesser und statt Business-Anzügen Athletic Chic für die TikTok-Klientel. Aber lesen – oder in dem Fall eher – schauen Sie selbst.

ulrike.weiser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2021)