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Mein Samstag

Haarsträubend!

(c) imago images/Shotshop (Photology2000 via www.imago-images.de)
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Hairzlich willkommen, jetzt kennen wir einander schon so lang, und ich habe Ihnen noch gar nicht von meinem kleinen Faible erzählt. Ich sammle nämlich – daher der seltsame Einstieg – lustige Friseurnamen.

Also Fotos derselben. Meine Sammlung ist, da ich mittlerweile von einem Netzwerk an Freunden mit offenen Augen für kreative und/oder absurde Wortkreationen unterstützt werde, ziemlich gewachsen. Und interessanterweise bekomme ich, wenn ich auf Facebook einen der Funde poste („Kamm in“, „Herzschnittmacher“, „Haarfe“ etc.) immer viel mehr Likes als zu allen anderen Dingen, die ich meine, teilen zu müssen. (Nur Fotos von unseren Katzen sind noch beliebter.)

Von „Pony und Clyde“ (einer meiner Favoriten) über „Hair Force One“ (auch nicht schlecht, den „Hairport“ gibt es für Friseurbesucher mit Fernweh ebenfalls) bis „Haarbracadabra“ (hm): Unbeantwortet bleibt dabei für mich die Frage, wieso sich ausgerechnet die Friseure zu überdurchschnittlich vielen Wortspielen hinreißen lassen (auch Hundefriseure übrigens, exemplarisch sei „Frisch Felliebt“ genannt). Da sehen andere Branchen alt aus, so ist etwa der Optiker mit dem schönen Namen „Sichtbar“ fast allein auf weiter Flur, und auch in der großen Cloud der Gastronomen fühlen sich nicht ganz so viele dazu berufen, ihr Lokal mit einem mehr, gern auch weniger guten Wortwitz ins Rennen zu schicken.

International musste schon mancher Prominente seinen Namen in leicht abgewandelter Form auf einem Geschäft wiederfinden, wie man etwa an den Bäckereien „Bread Pitt“ und „Bread Zeppelin“ sehen kann, oder dem Friseur „Barber Streisand“. Den Witz hinter dem Friseursalon „Haircooles“ erkennt man in dieser Schreibweise vielleicht nicht auf den ersten Blick, „über kurz oder lang“ (auch so heißen mehrere Friseure) versteht man aber den – verzeihen Sie – haarsträubenden Schmäh. Etwas für anglophile Literaturfans ist wiederum die Bar „Tequila Mockingbird“, die sich leider nicht in Wien befindet, hier gibt es immerhin die formidable Wunderbar. In diesem Sinne: Gehen Sie wieder einmal zum Friseur! Oder schreiben Sie mir seinen Namen!

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2022)