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Recycling

Materialverbrauch: Weniger von allem, radikal weniger

Mehrmalige Nutzung eines Garns aus Schafwolle? Mode- und Strickmaschinenherstellern ist die Idee noch unheimlich.
Mehrmalige Nutzung eines Garns aus Schafwolle? Mode- und Strickmaschinenherstellern ist die Idee noch unheimlich.[ Foto: Lena Beigel/IDRV]
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In Österreich nützen wir nur zwölf Prozent der wiederverwendbaren Stoffe – das ist leicht unter dem EU-Durchschnitt. Heute werden beim „Circular Economy Summit Austria“ notwendige Veränderungen unseres Wirtschaftens diskutiert.

Seit neuestem glaubt ja jeder, er kann mitreden beim Müll. Wo die Menschen früher über den eigenen Kreislauf gejammert haben, sprich Kreislaufstörung, geht es heute nur mehr über den Müllkreislauf. Da wird ein Recycling und eine Wiederverwertung heruntergebetet, Müllbuddhismus nichts dagegen. Aber reden kann man leicht. Machen muss man es auch richtig! Wenn du schon am Anfang das Zeug in die falsche Wanne schmeißt, alles umsonst.“ Wolf Haas' Roman „Müll“ erscheint etwa zeitgleich mit der österreichischen Kreislaufstrategie, ausgearbeitet vom Bundesministerium für Klimaschutz (BMK), die etwas sperriger titelt: „Die österreichische Kreislaufwirtschaft. Österreich auf dem Weg zu einer zirkulären und nachhaltigen Gesellschaft.“

Auf der Titelseite sieht man in einer schummrigen Stimmung eine Hand, über der ein Lichtkreis schwebt, ganz wie ein Spezialeffekt aus „Star Wars“. Die bunten Lichtschweife erleuchten das Innere der Hand rot, wahrscheinlich eine symbolische Handstellung des Müllbuddhismus. Schon der Titel lässt erahnen, dass Österreich hier noch einiges vor sich hat. Hierorts liegt die Nutzungsrate wiederverwendbarer Stoffe bei zwölf Prozent, das ist leicht unter dem EU-Durchschnitt. Musterschüler der Kategorie Circular Material Use Rate (CMU) sind die Niederlande mit 30,9 Prozent, gefolgt von Belgien und Frankreich mit je 23 und 22 Prozent CMU. Um die Stakeholder des linearen Wirtschaftens auf den richtigen Weg zu bringen, hat das österreichische Ministerium einen Kreislaufwirtschaftsbeauftragten eingesetzt.

Harald Friedl ist eine Art „Cheerleader“ dieser Form des ökologischen Wandels und wird nicht müde, von den neuen Chancen zu sprechen. Er arbeitet inklusiv und bringt die Zivilgesellschaft, Pionier:innen und große Industriebetriebe an einen Tisch. Er spricht von CEOs, die Wandel geloben, und Mitarbeiter:innen, die ihre Erwerbsarbeit weltverträglich gestalten wollen – eine Einladung zur Revolution von unten.