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Gastkommentar

Der Wachstumswahn oder das Geld als Übel der Welt

(c) Peter Kufner
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Wohin würde uns die Überwindung des Kapitalismus führen, und wieso hat er neuerdings wieder einen so schlechten Ruf?

Der Autor:

Univ.-Prof. Dr. Felix Butschek
(* 16. März 1932) ist ein österreichischer Wirtschaftsforscher und Wirtschaftshistoriker. Er wirkte von 1962 bis 1987 am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung als Arbeitsmarktexperte und im wirtschaftshistorischen Bereich und war ab 1981 stellvertretender Leiter des Instituts.

In jüngerer Zeit wird in Kreisen der umweltbewussten Intellektuellen immer wieder die Überwindung des Kapitalismus gefordert, um die ökologische Katastrophe zu verhindern. Andere Autoren gehen nicht ganz so weit, urgieren aber zumindest eine grundlegende Umstellung dieses Wirtschaftssystems, welches unzulässigerweise unsere gesamte Gesellschaft dominiere. Der geeignete Hebel dafür sei die Überwindung des permanenten Wirtschaftswachstums, der ständigen Ertrags- und Konsumsteigerung. Dagegen seien neue Formen des Wirtschaftens zu schaffen, wie etwa eine „Gemeinwohl-Ökonomie“ („Die Presse“, 19.11.2021).

Nun reichen die in stetigen Wellen wiederkehrenden Kritiken an der Wirtschaft schon sehr weit zurück. Bereits in Rom wurde das Geld für die Übel der Welt verantwortlich gemacht, und die physische Arbeit zum Gelderwerb wurde verachtet. Cicero akzeptierte nur die „artes liberales“. Und im Mittelalter verfügte die Kirche das „kanonische Zinsverbot“.