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Bodengebundene Fassadenbegrünung ist nachhaltiger als fassadenintegrierte. Wien-Alsergrund.
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Architektur

Was kühlt die Stadt?

Grün, grüner, am grünsten müssen unsere Städte werden, um sich vor den Folgen des Klimawandels zu wappnen. Doch ist wirklich alles gut, was gut gemeint ist? In Wien stehen Nebelduschen immer wieder in der Kritik des Greenwashing, und auch eine bepflanzte Fassade hält nicht immer, was sie verspricht.

Eines der ersten EU-Länder, das ein Konzept zur Klimawandelanpassung veröffentlichte, war Österreich. Das war 2012, zu einer Zeit, als man sich noch gerne auf ein Klimaszenario ausgeredet hat, in dem die globale Erwärmung in den Griff bekommen wird. Heute, zehn Jahre später, inmitten einer europaweiten Hitzewelle, wissen wir: Klimawandelauswirkungen werden sich weiter verstärken, und wir müssen etwas tun. Im Fokus stehen dabei Stadträume, dort leben und arbeiten die meisten Menschen; zudem sind Städte besonders hitzegefährdet. Durch den hohen Anteil an versiegelten Oberflächen kommt es zu einem Wärmeverstärkungsphänomen, dem Hitzeinseleffekt, unter dem Menschen zunehmend leiden. Doch gerade der Hitze kann in Städten auf einfache, effektive Weise begegnet werden: durch Pflanzen. Diese sind nicht nur höchst klimawirksam, sie sind auch sehr beliebt.

Green sells, nicht nur bei Architekturwettbewerben, wo dschungelartige Renderings Siege einfahren; wenn Bewohner:innen Mitsprache erhalten, wünschen sie sich Grün, Grün und noch mehr Grün. Daher erscheinen Begrünungsmaßnahmen als gute Strategie. Doch ist wirklich alles gut, was derzeit grünt? Und ist das auch klimawirksam? In Wien tut sich einiges in Sachen Klimawandelanpassung. Neue Parks entstehen, Bäume werden gepflanzt und Straßen zu grünen Aufenthaltsräumen. Leider steigt auch der PR-getriebene Coolnessfaktor Wiens. Coole Straßen, coole Meilen und Coolspots stehen immer wieder in der Kritik des Greenwashing, da Vernebelungsanlagen zum Einsatz kommen, aber nicht nachhaltig wirken.