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Kitzbühel

Erste Schritte auf der großen Tennisbühne

Misolic in Kitzbühel.GEPA pictures
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Der Steirer Filip Misolic, 20, hat zuletzt einen beachtlichen Aufstieg hingelegt, in Kitzbühel gab er nun ein womöglich richtungsweisendes ATP-Debüt. Nun wartet erneut der Center Court.

Kitzbühel. Vom besten Gefühl seiner bisherigen Karriere sprach Filip Misolic, als er die ersten Eindrücke von Kitzbühel, vom Center Court mit seinen über 5000 Plätzen und seinem gelungenem Debüt auf der ATP-Tour Revue passieren ließ. Der 20-jährige Grazer hat in dieser Saison einen rasanten Aufstieg in der Weltrangliste von Platz 354 seit Jahresbeginn in die Top 200 hingelegt, am Mittwoch (live Servus TV) soll es in der zweiten Runde bei den Generali Open in dieser Manier weitergehen. Gegner ist allerdings der auf dem Papier übermächtige Spanier Pablo Andújar (ATP 98).

Im Mai hatte Misolic, der in der Jugendweltrangliste nicht vorne mitgemischt hatte, erstmals international aufgezeigt. In Zagreb gewann er das Challenger-Turnier – als Qualifikant und mit sieben Siegen in Serie.

Zum Tennis ist der Rechtshänder mit sechs Jahren gekommen. „Ich habe zum Geburtstag einen Tennisschläger bekommen und habe ihn nicht mehr aus der Hand gelassen“, erzählt der in Graz geboren Sohn zweier Kroaten. In Kroatien trainiert Misolic mit seinem Betreuer Ante Andric, seit er sich als 17-Jähriger kurzzeitig der der Tennisakademie von Günter Bresnik anschloss („Vor allem die Intensität war hoch“) auch immer wieder in der Südstadt mit Jürgen Melzer. Den ÖTV-Sportdirektor und Daviscup-Kapitän als seinen Coach zu bezeichnen, ginge aber zu weit.

Misolic' Vorbild war einst Dominic Thiem. Gegen den Landsmann hatte er beim Challenger in Salzburg vor einigen Wochen auch Satzbälle, ehe sich Thiem dann doch noch durchsetzte (6:4, 7:5). Auch Andy Murray hat es Misolic angetan. Wie der Brite ist der Steirer niemand, der eine außergewöhnliche Waffe im Schlagrepertoire hätte oder Gewinnschläge am laufenden Band produziert. Vielmehr überzeugt Misolic mit sehr solidem Spiel und versucht nach und nach das Kommando zu übernehmen. Seine Betreuer beschreiben ihn als harten Arbeiter, lernfähig, emotional ausgeglichen.

„Verbessern muss ich alles, aber die Rückhand ist ziemlich gut“, erklärte Misolic nach seinem Auftaktsieg in Kitzbühel. Auch der Aufschlag überzeugte. Das Match zuzumachen, sei ihm am schwierigsten gefallen. „Es waren viele Gedanken im Kopf.“ So führte er gegen Daniel Dutra Da Silva (BRA) bereits 6:2, 5:3, musste dennoch ins Tiebreak und lag dort 2:5 zurück. Misolic aber fing sich und ersparte sich bei Temperaturen um 33 Grad einen dritten Satz.

Die Top 200 sind nun erreicht, ein weiterer Sieg heute würde ihn in den Bereich um Rang 170 katapultieren. „Das nächste Ziel ist es, so schnell wie möglich in die Top 150 zu kommen“, sagt Misolic.

Begehrtes ATP-Ticket

Der Übergang von den drittklassigen Future-Turnieren auf die Challenger-Ebene ist dem Grazer rasant gelungen, das Selbstvertrauen nach dem Zagreb-Titel – er stand erst zum siebenten Mal in einem Challenger-Hauptfeld – stark gestiegen. Es folgte ein Halbfinale in Tunis samt beachtlichem Sieg über Top-100-Profi Jordan Thompson, die Nummer eins des Turniers. In der Wimbledon-Qualifikation setzte es dann eine Auftaktniederlage, und Kitzbühel, die ATP Tour ist ohnehin ein anders Kaliber.

Die Richtung deutet langsam und stetig nach oben, zu hohe Erwartungen wären aber fehl am Platz. „Unglaublich hier zu spielen“, sagt Misolic in Kitzbühel. „Zu Hause vor so einem Publikum.“ Richtungsweisend könnte dieses ATP-Debüt allemal werden. (red.)


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(red.)