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Gastkommentar

Der große Wirbel rund um die Kronzeugen

Die einen vermuten Amtsmissbrauch, andere wittern Ungerechtigkeit.

Der Autor:

Dr. Gerald Ruhri ist Rechtsanwalt in Graz.
Er ist spezialisiert auf Straf- und Strafprozessrecht. Er verfasst zudem regelmäßig einen Podcast zur aktuellen strafrechtlichen Judikatur und er publiziert regelmäßig zu Themen des Strafrechts.

Wenn in clamorosen Causen Kronzeugen die Bühne betreten, ist die Aufregung regelmäßig groß. Die einen mutmaßen Amtsmissbrauch, andere wittern Ungerechtigkeit. Es empört, wenn jemand, der selbst Schuld auf sich geladen hat, nur deshalb straffrei bleibt, weil er sich und andere belastet. Zur strafrechtlichen Schuld gesellt sich der moralische Vorwurf des Verrats, und beides wird mit Verfahrenseinstellung belohnt. So sehen es jedenfalls die Mitbeschuldigten.

In Wahrheit ist der Kronzeugenstatus nichts anderes als eine offensive Variante der Verteidigung, wenngleich diese naturgemäß in jedem Verfahren nur einem Beschuldigten offensteht.