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1378 km: Ansturm auf umstrittenes DDR-Schießspiel

1378 Ansturm umstrittenes DDRSchiessspiel
(c) HFG
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In dem kostenlosen Computerspiel kann der Spieler als Grenzsoldat unbewaffnete Flüchtlinge töten. Am ersten Tag nach der Veröffentlichung ist der Download-Server zusammengebrochen.

Das Computerspiel "1378 (km)" hat den Download-Server der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe (HFG) zum Erliegen gebracht. Dort wird das umstrittene Spiel seit vergangenem Freitag kostenlos angeboten - gleich am ersten Tag nach der Veröffentlichung ist der Server wegen eines unerwartet starken Ansturms zusammengebrochen.

1378 spielt an der innerdeutschen Grenze und ermöglicht dem Spieler zwischen der Perspektive eines Flüchtlings oder der eines Grenzsoldaten zu wählen. Als Soldat schießt man von Wachtürmen und kann so unbewaffnete Flüchtlinge töten.  Da das Spiel auf "Half Life 2 - Deathmatch" aufbaut, gilt in Deutschland bereits eine Altersbeschränkung von 18 Jahren. Die Landesmedienanstalt Baden-Württemberg will nun untersuchen, ob in 1378 die Menschenwürde gewahrt wird.

Spielpause für Schießwütige

Das umstrittene Spiel wurde von dem HFG-Studenten Jens Stobers entwickelt, der sich im Vorfeld intensiv mit der Geschichte des geteilten Deutschland beschäftigt hat. Der 24-Jährige will mit seinem Spiel ähnlich einem Dokumentarfilm Geschichte vermitteln und hat zahlreiche Infotafeln eingebaut. Zusätzlich will er mit diversen Wahlmöglichkeiten ein moralisches Handeln des Spielers fördern. So können Grenzsoldaten mit Flüchtlingen auch Kontakt aufnehmen und sogar die Seiten wechseln. Entscheidet sich der Spieler zu schießen, ist eine Spielpause zum Nachdenken vorgesehen.

(Red.)