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Tennis

US Open: Finalduell der Gegensätze

Der Tennis-Grand-Slam von New York erwartet eine neue Siegerin: Ons Jabeur oder Iga Światek.

New York. Spätzünderin gegen Überfliegerin, Frohnatur gegen Grüblerin, Taktikerin gegen Angreiferin: Im Finale der US Open zwischen Ons Jabeur und Iga Światek treffen verschiedene Welten aufeinander. Und als ob sie das noch extra unterstreichen wollten, zogen beide auch auf unterschiedliche Weise ins Endspiel (Samstag, 22 Uhr, live, Eurosport) ein.

Während Wimbledon-Finalistin Jabeur bei ihrem Halbfinalsieg in 66Minuten Kräfte sparte, musste die Weltranglisten-Erste Światek für ihren Titeltraum hart kämpfen. Am Ende siegte die Polin mit 3:6, 6:1, 6:4 gegen die Belarussin Aryna Sabalenka und stellte sich auf ein härteres Match gegen Jabeur aus Tunesien ein. „Ich muss aufpassen.“

 

Tunesiens Heldin

Światek startet im Arthur Ashe Stadium als Favoritin, auch ob ihrer makellosen Finalbilanz bei Grand-Slam-Turnieren. Sie gewann beide Endspiele in Paris (2020, 2022), allerdings auf Sand. Jabeur dagegen verlor ihr erstes großes Finale, auf Rasen, in Wimbledon. Diese Niederlage habe „wehgetan“, gab sie nach dem 6:1-6:3-Sieg gegen Carolina Garcia (FRA) zu.

Jabeur will als erste afrikanische und arabische Spielerin der Profi-Ära (seit 1968) einen Grand Slam gewinnen – für sich und für die Region. In Tunesien ist sie längst eine Heldin. Zurzeit werde dort in Sportbars beim Fernsehen von Champions-League-Fußball auf Tennis umgestellt, berichtete sie beeindruckt. Tunesiens Post widmete ihr bereits nach Wimbledon eine Briefmarke, der Staatspräsident überreichte den Verdienstorden – was geschieht, wenn die „Ministerin der Fröhlichkeit“ in Queens gewinnt?

Sie redet sich stark, das ist der große Unterschied zu Światek, die trotz großer Erfolge stets Selbstzweifel plagen. Das Duell der Gegensätze verspricht Spannung, nach vier Begegnungen steht es 2:2. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2022)