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Privatuniversität

Zu große Mängel im Medizinstudium

Die Sigmund-Freud-Privatuniversität in Linz wird das Masterstudium Medizin nun neu einreichen.
Die Sigmund-Freud-Privatuniversität in Linz wird das Masterstudium Medizin nun neu einreichen.Willfried Gredler-Oxenbauer / pi
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Die Sigmund-Freud-Privatuni verliert die Zulassung für das Medizin-Masterstudium. Der Rektor findet das „unmöglich“ und spricht von einer „ganz gezielten Kampagne“.

Versprochen wird den Interessenten viel. Auf der Homepage der Sigmund-Freud-Privatuniversität wird ein Medizinstudium mit „herausragender Qualität in der Lehre“, mit „höchst qualifiziertem Lehrpersonal“ und einem „exzellenten Betreuungsschlüssel“ beworben. Das kostet auch ordentlich. Pro Semester sind für das Medizinstudium 12.500 Euro zu bezahlen. Das Versprechen wird aber offenbar nicht gehalten – zumindest legt das ein drastischer Schritt der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) nahe: Sie wird das Medizin-Masterstudium nicht reakkreditieren. Die Sigmund-Freud-Privatuniversität verliert damit die Zulassung für dieses Studium.
Die Entscheidung hat das Board der AQ Austria Ende vergangener Woche getroffen. Der Bescheid, der noch vom Bildungsministerium bestätigt werden muss, liegt noch nicht vor. Die Sigmund-Freud-Privatuni kann gegen diesen auch noch Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegen. Unwahrscheinlich scheint das nicht. Denn Rektor Alfred Pritz will Rechtsmittel prüfen.

Mängel „nicht behebbar“

Derzeit sind an der Sigmund-Freud-Privatuniversität 600 Studenten im Medizin-Bachelor und 600 Studenten im Medizin-Master inskribiert. Für sie wird der Studienbetrieb, wie die Uni verspricht, „zunächst unverändert weiterlaufen“. Das Bachelorstudium wurde reakkreditiert. Die Studenten im Masterstudium würden ihr Studium noch abschließen können.
Inhaltlich wollte die AQ Austria vorerst nichts zur Causa sagen. So einiges ließ sich aber bereits in einem in ihrem Auftrag erstellten Gutachten lesen. Es wurden Medien schon im vergangenen September zugespielt („Die Presse“ berichtete schon damals). In dem Gutachten, das für die Agentur wesentlich für die Entscheidung war, wurden zahlreiche Probleme geschildert – nicht nur das Medizinstudium betreffend. Es war von „zahlreichen Abweichungen von den geforderten Standards“ die Rede. Die Gutachter empfahlen dem Board der AQ Austria darin für eine Reakkreditierung der Privatuniversität insgesamt 51 Auflagen. Die Zulassung sollte außerdem nur für sechs und nicht wie beantragt für zwölf Jahre verlängert werden. Eine hohe Zahl an Auflagen gibt es dabei auch für die Fakultät für Psychotherapiewissenschaft und Psychologie, mit der die Uni 2005 begonnen hatte.