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Jesus: Auferstanden oder aufgewacht?

Der Stich mit der Lanze könnte Jesus gerettet haben, meint ein Mediziner.

WIEN (wg). Jesus starb am Kreuz, wurde in ein Höhlengrab gelegt und stand am dritten Tage wieder auf, lehren die Evangelien. Bald nach Jesu Tod kursierten aber gegenteilige Gerüchte: Er sei nur ohnmächtig geworden, man habe ihn aus dem Grab befreit, so eine These. Auch andere Religionen wie der Islam bezweifeln Jesu Tod.

1991 publizierte der englische Arzt Trevor Lloyd Davies die Theorie, Jesus sei reanimiert worden. Das hält auch der renommierte Innsbrucker Internist und Buchautor Maximilian Ledochowski grundsätzlich für möglich: Jesus könne unabsichtlich reanimiert worden sein: durch den Lanzenstich des Soldaten.

Die US-Ärzte William Edwards, Wesley Gabel und Floyd Hosmer begutachteten 1986 im "Journal of the American Medical Association" ("Study on the Physical Death of Jesus Christ", Jama 1986; 255:1455 - 1463) Jesu Sterben: Demnach gab es zwei Todesursachen: Einerseits einen hypovolämischen Schock, ein Kreislaufkollaps durch Wasser- und Blutverlust. Die Folter durch Schläge, Geißelung, Dornenkrone löste durch Risse in Haut und Muskeln starken Blutverlust aus. Viel Blut ging auch beim Durchtreiben der Nägel verloren. Als Vorzeichen seines Kollaps gilt die Unfähigkeit Jesu, den Kreuzbalken zu tragen.

Ursache zwei: Ersticken. Durch das Gewicht des am Kreuz hängenden Körpers wird die Atemmuskulatur stark gehemmt. Und wegen der Verletzungen und der Überlastung des Herzens sammelt sich Flüssigkeit und Blut im Brustkorb, was zusätzlich auf Herz und Lunge drückt: Ein Hydro- bzw. Hämothorax oder Pleuraerguss entsteht.

Den vermutet auch Ledochowski. Und infolge Blutverlusts, Schmerz und Atemnot sei Jesus am Kreuz bewusstlos geworden.

Jetzt die Lanze: Laut Überlieferung drang sie in den rechten Brustkorb und dürfte so das Herz verfehlt haben. "Beim Pleuraerguss kann eine Lanze 20 Zentimeter hineingestoßen werden, ohne tödlich zu wirken, da die Flüssigkeit die Lunge zusammenpresst."

Durch die Wunde rinnt die Flüssigkeit ab: Als der Soldat in Jesu Seite stach, "floss Blut und Wasser heraus" (Johannes 19:33-34). "So wird ein Pleuraerguss behandelt", sagt Ledochowski: "Der Druck auf die Lunge sinkt, atmen fällt leichter; ein nach Unfällen normaler Eingriff." Der Soldat könnte quasi als "Notarzt" fungiert haben.

Müsste ein Bewusstloser am Kreuz nicht in seiner ungünstigen Position ersticken? "Er fiel wohl ins hypoxische Koma: Das Großhirn schaltet sich aus, das Stammhirn übernimmt die wichtigsten Körperfunktionen. Der Sauerstoffbedarf ist minimal." So könne man lange überleben.

Die Umstände im Grab seien einer Genesung förderlich gewesen: "Es ist kühl. Der Körper wurde mit Aloe und Myrrhe eingerieben, das wirkt adstringierend und stabilisiert den Kreislauf." Schließlich könne Jesus aufgewacht sein.