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"Nazi-Diktion": FPK-Politiker spricht von "Blockwarten"

NaziDiktion FPKPolitiker spricht Blockwarten
Herwig Kampl(c) FPK (www.freiheitliche-ktn.at)
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Der FPK-Politiker Herwig Kampl bezeichnet SPÖ-Funktionäre als "sozialistische Blockwarte". Die SPÖ spricht von "nationalsozialistischer Diktion" und fordert seinen Rücktritt.

Der FPK-Parteichef von St. Veit an der Glan, Herwig Kampl, sorgt mit der Verwendung des Begriffs "Blockwart" für Aufregung. In einem Parteiinfoblatt bezeichnete der freiheitliche Politiker Funktionäre der SPÖ als "sozialistische Blockwarte".

SPÖ-Bürgermeister Gerhard Mock ortete "eindeutig eine Diktion aus dem Dritten Reich". Eine solche Rhetorik sei völlig inakzeptabel. Er forderte den Autor umgehend zum Rücktritt auf. Der SPÖ-Bezirksvorsitzende von St. Veit, Klaus Köchl, erklärte: "Im 21. Jahrhundert angekommen, könnte man meinen, die nationalsozialistische Diktionen hätten vor allem in der Politik ausgedient. Kampl hat uns leider eines Besseren belehrt".

"Blockwart"

Als Blockwart wurden zur Zeit des Nationalsozialismus Funktionäre auf der untersten Stufe der NSDAP bezeichnet. Die offizielle Bezeichnung lautete ab 1933 "Blockleiter", die Bevölkerung benutzte aber zumeist den Begriff "Blockwart". Der Blockleiter/Blockwart war verantwortlich für die politische Überwachung der Nachbarschaft.

Kampl: "Drittes Reich liegt mir fern"

Kampl denkt nicht an Rücktritt. "Das Dritte Reich liegt mir fern", sagte er am Donnerstag. "Ein Kommentar erlaubt eigene Formulierungen", so Kampl. Es handle sich überdies um einen Begriff, der "auch in Wien verbreitet" sei. Zudem sei Bürgermeister Mock "Eisenbahner und nicht Historiker". "Wenn er glaubt, daraus einen Rücktritt konstruieren zu können, muss er sehr viel Angst haben", so Kampl. Aus heutiger Sicht würde er "vielleicht das Wort ändern", aus inhaltlicher Sicht sei sein Artikel jedoch richtig.

Der Begriff Blockwart gehöre "nicht zum üblichen Sprachgebrauch" des St. Veiter FPK-Klubs, erklärte Kampls Stellvertreter und - nicht verwandter - Namensvetter, Arno Kampl. "Bei uns hat jeder ein freies Mandat, es gibt keine Einheitsmeinung im Klub", sagte er. Den Begriff "Blockwart" habe er zuletzt im Geschichtsunterricht in der Mittelschule gehört. "Es ist kein Wort, dass im Klub je gefallen ist", so Arno Kampl.

Herwig Kampl ist der Sohn des ehemaligen Bundesrates und nunmehrigen Gurker FPK-Bürgermeisters Siegfried Kampl. Dieser hatte im Jahr 2005 Wehrmachtsdeserteure als "zum Teil Kameradenmörder" bezeichnet und von einer "Naziverfolgung" in der Nachkriegszeit gesprochen. Diese Aussage kostete Kampl das Amt des Bundesratspräsidenten.

(APA/Red.)