Mobilfunker 3 wildert im Revier von UPC und aon

Mobilfunker wildert Revier
(c) APA (Robert Jäger)

Mit seinem neuen mobilen Internet-Angebot und einem "Webcube" genannten WLAN-Router will der Anbieter in heimische Haushalte vordringen.

Österreichs kleinster Mobilfunker 3 will sich mit den Breitband-Größen des Landes anlegen. Mit einem neuen Internet-Angebot für Heimanwender starte "der bisher stärkste Angriff auf das alte Festnetz", sagt Firmenchef Jan Trionow. 43,8 Prozent der österreichischen Breitbandanschlüsse seien bereits mobil, argumentiert er, 30,3 Prozent seien Zugänge über fixe Telefonleitungen und 16,5 Prozent über TV-Kabel. Konkret bietet 3 drei mobile Internet-Flatrate-Tarife und einen sogenannten Webcube, über den bis zu fünf weitere Geräte per geschütztem WLAN online gehen können. Der Betreiber will mit der Verfügbarkeit und Geschwindigkeit von kabelgestützten Angeboten mithalten können. Langfristig möglich und rentabel werde das nach Trionows Angaben erst durch die Umrüstung des gesamten Netzes, die 3 im Rahmen des Mobile World Congress bekannt gegeben hat.

Geschwindigkeit situationsbedingt

Bei den Tarifen gibt es einerseits 3Data 9GB, der auf ein Datenvolumen von 9 Gigabyte beschränkt ist und eine Maximalgeschwindigkeit von 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bietet. Er kostet neun Euro im Monat. Für 15 Euro gibt es den Tarif 3Data Superflat, der keinerlei Beschränkungen beim Datenvolumen umfasst und Downloads mit bis zu 6 Mbit/s ermöglichen soll. Wer mit 29 Euro bereit ist, fast das doppelte zu zahlen, erhält beim Tarif 3Data SuperSpeed Flat bis zu 30 Mbit/s. Ob in der Praxis diese Geschwindigkeiten aber erreicht werden können, bleibt abzuwarten. "Die tatsächlich erreichte Geschwindigkeit hängt von baulichen und geografischen Gegebenheiten ab. Garantierte Bandbreiten gibt es bei keinem ISP, an irgendeiner Stelle wird die Bandbreite auch immer geteilt sein", sagt 3-Chef Trionow im Gespräch mit DiePresse.com.

Würfel mit Einschränkungen

Den erwähnten Webcube gibt es bei den beiden teureren Tarifen kostenlos dazu. Allerdings macht er für den größeren 3Data SuperSpeed Flat kaum Sinn, da er nur 7,2 Mbit/s Download bieten kann. Wer über keinen Computer oder Laptop mit WLAN verfügt, erhält von 3 einen Adapter, an den man ein normales LAN-Kabel anhängen kann. Will man den mit 100 x 100 x 96 Millimeter recht kompakten Würfel zum Tarif 3Data 9GB dazu nehmen, muss man 49 Euro zahlen. Ohne Vertrag ist das Gerät um 249 Euro zu haben.

Orange greift Firmen-Festnetz an

Einen "Angriff aufs Festnetz" bläst derzeit auch Orange. Der Mobilfunker will mobile Nebenstellenanlagen als Ersatz für althergebrachte Festnetz-Telefonie etablieren. Dabei sollen die alten Festnetznummern erhalten bleiben, was für Firmen von Bedeutung ist. Für diese sind auch weitere Funktionen, wie etwa Warteschleifen, interaktive Vermittlung und Gruppenruf-Möglichkeiten relevant. Der Betreiber hofft dadurch auf weitere Business-Kunden. Bisher konnte Orange 250.000 von dieser Zielgruppe für sich gewinnen.