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Cäsium in Kinderurin: Japan evakuiert vier neue Zonen

Japan Fukushima Evakuierung
Demonstranten gegen Tepco(c) AP (Shizuo Kambayashi)
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Rund um das havarierte AKW Fukushima wurde erhöhte Radioaktivität gemessen. 113 Haushalte 60 Kilometer vom Kraftwerk sollen geräumt werden. Im Urin von Kindern wurde radioaktives Cäsium nachgewiesen.

In der Nähe des havarierten japanischen Atomkraftwerkes Fukushima sind wegen erhöhter Radioaktivität vier weitere Evakuierungszonen eingerichtet worden. Die Entscheidung betreffe 113 Haushalte in der Stadt Date rund 60 Kilometer nordwestlich des Kraftwerks, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Familien, die dem Evakuierungsaufruf nachkommen, sollen demnach eine finanzielle Unterstützung erhalten.

In den Bezirken Ryozenmachi, Kamioguni, Shimooguni und Tsukidatemachi überstieg die radioaktive Strahlung den von der Regierung festgelegten Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr. In einem Umkreis von 30 Kilometern rund um das Kraftwerk Fukushima mussten bereits mehr als 85.000 Einwohner ihre Wohnungen auf unbestimmte Zeit verlassen. Sie wurden in Notunterkünften untergebracht.

Cäsium in Kinderurin

Eine japanische Bürgerorganisation und die französische Organisation zur Kontrolle der Radioaktivität im Westen (ACRO) stellten inzwischen die Untersuchungsergebnisse von Urinproben von zehn Kindern vor, die in der Stadt Fukushima, 62 Kilometer von dem AKW entfernt, leben. In allen Proben der Sechs- bis 16-Jährigen, die im Mai genommen wurden, fanden sich demnach kleine Mengen der radioaktiven Substanzen Cäsium 134 und Cäsium 137. Das Ergebnis der Untersuchungen spreche dafür, dass der von der Regierung festgelegte Strahlungsgrenzwert zur Festlegung der Evakuierungszonen zu groß sei, erklärte ACRO.

(Ag.)