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Streitkräftekommando: Ein freier Job, viele Favoriten

Streitkraeftekommando freier viele Favoriten
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Günter Höfler wechselt nach Brüssel. Einen neuen Streitkräftekommandanten will Minister Darabos noch vor dem Herbst bestellen. Die Liste der Bewerber ist lang. 2013 werden weitere hochrangige Posten beim Heer frei.

Wien/Ib. Das Bundesheer sucht einen Nachfolger für Streitkräftekommandant Günter Höfler, der im Laufe des Jahres nach Brüssel wechselt, um dort die Leitung der österreichischen Militärvertretung zu übernehmen. Bewerber für die Führung des Streitkräftekommandos gebe es zur Genüge, heißt es aus dem Ministerium – und lang ist auch die Liste der Favoriten.

Denn es handelt sich um einen der wichtigsten Posten im Bundesheer: Der Chef des Streitkräfteführungskommandos koordiniert die Landstreitkräfte, die Luftstreitkräfte und die Spezialeinsatzkräfte im Inland. Darüber hinaus hat er auch die nationale Führung aller im Ausland eingesetzten österreichischen Soldaten inne.

Favoriten für die Nachfolge Höflers sind laut „Presse“-Informationen vor allem die Brigadiere Karl Pronhagl und Robert Prader. Beide sind derzeit im Ausland stationiert: Pronhagl ist im Nato- und EU-Hauptquartier in Deutschland tätig, nachdem er als erster Österreicher Kommandant der EU-geführten Mission EUFOR/Althea in Bosnien und Herzegowina war. Prader, Kommandant der 4. Panzergrenadierbrigade in Linz, befindet sich derzeit in London, wo er ein Jahr lang einen internationalen strategischen Führungslehrgang absolviert.

Weitere Anwärter für den Posten des Streitkräftekommandanten sind Höflers Stellvertreter Generalmajor Dieter Heidecker sowie Generalmajor Karl Schmidseder, der derzeit als Stabschef im Kabinett von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) tätig ist. Aber auch Generalmajor Bernhard Baier, Kommandant der Einsatzunterstützung, Generalmajor Heinrich Winkelmayer, Stabschef im Streitkräfteführungskommando, Brigadier Johann Luif, burgenländischer Militärkommandant und Vize- Kommandant des KFOR-Einsatzes im Kosovo, und Brigadier Thomas Starlinger, Kommandant der 7. Jägerbrigade, kommen infrage.

 

Wosolsobe leitet EU-Militärstab

Intern wurde der Posten bereits ausgeschrieben, die fünf bestgereihten Kandidaten müssen sich einem Hearing bei Darabos unterziehen. Höfler werde bereits im Herbst nach Brüssel wechseln, heißt es aus dem Ministerium. Generalmajor Wolfgang Wosolsobe, der diese Funktion derzeit ausfüllt, wird mit Beginn 2013 die Leitung des EU-Militärstabs übernehmen.

Höfler war nach seinem Eintritt ins Bundesheer im Jahr 1971 im UN-Einsatz in Zypern, absolvierte die Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt und den Generalstabskurs. Er war Taktiklehrer, Stabschef und Leiter der Offiziersausbildung an der Militärakademie. Außerdem absolvierte er den US-Generalstabslehrgang in den Vereinigten Staaten.

 

Commenda statt Entacher

Es ist allerdings nicht der einzige wichtige Posten im Verteidigungsressort, der in nächster Zeit neu besetzt werden muss: Ende Jänner 2013 laufen auch die Verträge der Sektionschefs Dietmar Franzisci, Freyo Apfalter und Christian Segur-Cabanac aus – sie könnten in Pension gehen, heißt es in Heereskreisen. Im Jänner wird sich auch Generalstabschef Edmund Entacher in den Ruhestand verabschieden.

Wer sein Nachfolger wird, kann man bereits mit höherer Wahrscheinlichkeit sagen, als das bei Höfler der Fall ist: der stellvertretende Generalstabschef Othmar Commenda. Er würde diesen Job nicht zum ersten Mal machen, denn Commenda hatte Entacher schon während dessen „Zwangspause“ im vergangenen Jahr als Generalstabschef vertreten. Und zwar zu Darabos' Zufriedenheit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2012)