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Publizist Henryk Broder: Wird Europa zu "Eurabia"?

Henryk M. Broder zeichnet das Bild einer Islamisierung Europas und fordert "Repression". Säkulare Moslems seien allerdings "unsere stärksten Verbündeten."

Der wegen seiner Haltung zum Islam umstrittene deutsche Publizist Henryk M. Broder zeichnet das Bild einer Islamisierung Europas. In einem Vortrag, den Broder am Mittwoch im Rahmen der Veranstaltungsreihe WeltStadtWien unter dem Titel "Die letzten Tage von Europa" im Wiener Raiffeisenforum hielt, warnte Broder vor einer Entwicklung Europas zu "Eurabia", räumte aber ein, dass gerade "die säkularen Moslems unsere stärksten Verbündeten gegen den Islamismus" seien.

Auch in Wien erhitzte Broder die Gemüter. Die "Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen", der etwa der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi angehört, hatte zum Boykott der Veranstaltung aufgerufen.

Broder wirft in seinem Buch "Hurra, wir kapitulieren" besonders der politischen Linken vor, gegenüber Islamisten klein beizugeben. "Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Linke entwurzelt", meinte der Autor in einem Gespräch. "Der Islamismus macht Angebote, er stilisiert den Kampf gegen den Westen zur politischen Sache, verspricht Gleichheit, ist eine Utopie. Die Menschenrechtsverletzungen innerhalb der islamischen Gesellschaft spielen für diese aufgeklärten Linken keine Rolle. Die Linken haben in den Moslems, die das alte Proletariat ersetzen, ihr neues Mündel gefunden."

"Arbeit oder Knast"

Zudem wird das Problem "Gewalt an Schulen" thematisiert, in dem Broder ein vorwiegend muslimisches Phänomen sieht, aber hinzufügt: "Es ist eine Milieufrage. Diese Milieus beschäftigen sich wenig mit Bildung und Erziehung und sind stark autoritär strukturiert." Die dritte Generation muslimischer Einwanderer lebe im Gefühl, nicht mithalten zu können, meint der Autor "weil sie von zu Hause nicht das nötige Rüstzeug bekommen hat, nicht weil sie diskriminiert wird. Sie leiden an ihrer Unterlegenheit, entwickeln aber gleichzeitig Überlegenheitsgefühle. Die gewalttätigen Jugendlichen haben die Gewissheit, mit allem durchzukommen, weil sie stets als Opfer der Gesellschaft und ihrer Herkunft gesehen werden. Ich wünsche mir von der Gesellschaft ein klares Signal, dass so ein Verhalten nicht toleriert wird." Er halte mittlerweile wenig von Sozialprogrammen sondern sei für "Repression, sprich Arbeit oder Knast."

In "Hurra, wir kapitulieren" beschreibt Broder, in Anspielung auf die Haltung Großbritanniens vor dem Zweiten Weltkrieg, die "Appeasement-Politik" Westeuropas gegenüber islamischen Fundamentalisten, was seiner Meinung nach besonders im "Karikaturenstreit" zum Ausdruck kam. (Ag.)