Angela Schneider: Die neue Wiener U-Bahn-Stimme

Angela Schneider neue Wiener
Angela Schneider(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

"Will sympathische Begleiterin sein": Angela Schneider setzte sich in einem Online-Voting durch. Die neuen Durchsagen werden schon ab Dezember zu hören sein. Ein Porträt.

Wien/Kb. „Zurückbleiben, bitte.“ Diese und 3000 weitere Durchsagen werden Fahrgäste der Wiener Linien künftig von der 49-jährigen Schauspielerin Angela Schneider hören. Die gebürtige Wienerin setzte sich in einem Internetvoting gegen eine ebenfalls weibliche Konkurrentin durch. 66 Prozent der 21.000 Teilnehmer sprachen sich für sie aus.

„Es freut mich sehr, die Abstimmung gewonnen zu haben. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu begreifen, wie wichtig diese neue Aufgabe eigentlich ist“, sagte Schneider am Dienstag vor Journalisten. Direkt von den Fahrgästen gewählt worden zu sein, schaffe einen „Identitätsfaktor“. Sie hoffe nun, „eine angenehme, sympathische Begleiterin zu sein“.

Die neue Stimme

Die neue U-Bahn-Stimme hat jahrelange Theatererfahrung und ist darüber hinaus auch als Dokumentarfilm- und Werbesprecherin tätig. Zuletzt habe sie beispielsweise Fernsehspots für Kukident gemacht. „Ich will zwar, dass in meiner Stimme eine Wiener Sprechmelodie erkennbar ist, aber übertriebene Klangfärbungen wird es nicht geben, meine Ansagen sollen sich neutral anhören“, sagt Schneider. Sie selbst fahre sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln – vorrangig mit der Straßenbahn, in der sie liest und Texte für neue Rollen lernt: „Meine letzten beiden Rollen habe ich bestimmt zu 90Prozent in der Bim gelernt.“ Sich künftig ständig selbst zu hören, werde „am Anfang sicher komisch, aber auch lustig“ sein. Ihre Durchsagen in Bus, Bim und U-Bahn werden bereits ab Dezember zu hören sein – zu Beginn höchstwahrscheinlich in der U2. Die Umstellung aller Linien soll bis Mitte 2013 dauern.

Die Entscheidung, die bisherige Wiener-Linien-Stimme Franz Kaida nach mehr als 40 Jahren zu ersetzen, ist Teil einer groß angelegten Klangerneuerung der Verkehrsbetriebe. Laut Geschäftsführer Eduard Winter sollen die Durchsagen vor allem kürzer ausfallen. Außerdem wird das „Zug fährt ab“ der Reform zum Opfer fallen.

Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ), sieht in dem Stimmenwechsel sogar einen „historischen Schritt“. Die Durchsagen seien die Visitenkarte der Wiener Linien und machten zu einem großen Teil ihr Image aus.

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