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"Wolke" als Marke in Luft aufgelöst

Wolke Marke Luft aufgeloest
(c) REUTERS (DAVID GRAY)
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"Cloud Computing" ist binnen kürzester Zeit in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.

Wien/Kom. So schnell kann's gehen: Hat man im Frühjahr 2011 im Internet nach „mobileCloud“ gesucht, so erhielt man genau einen Treffer. Eineinhalb Jahre später lehnt das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt in Alicante eine damals hoffnungsvoll angemeldete Bildmarke „mobileCloud“ für die Klassen Telekommunikation und Softwareentwicklung ab. Denn: Der Begriff „Cloud Computing“ ist mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen und als bloß beschreibend nicht mehr schutzfähig.

Fachleute und Verbraucher verbinden mit dem Begriff ohne nachzudenken eine „Methode, Software und dazugehörende Daten in einem zentralen Computersystem zu speichern und Kunden oder anderen Benutzern Zugang über das Internet zu gewähren“, so das Amt (R242/2012-4). Mit „zentral“ kann nur die Steuerung gemeint sein, wo welche Daten in der „Wolke“ deponiert werden.

Wie „mobileCloud“ sind auch alle ähnlichen Zeichen, welche die Wörter „mobile“, „cloud“ oder „computing“ miteinander verbinden, nicht mehr eintragungsfähig, sagt der Linzer Notar Gernot Fellner zur „Presse“. Kritisch merkt er an, dass die Vierte Beschwerdekammer gebilligt hat, dass der Prüfer sich bloß auf Wikipedia gestützt hat; laut Vierter Kammer bestätigte eine Nachschau in der Encyclopedia Britannica Wikipedia.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2012)