"Genozid-Politik": Sudetendeutsche kritisieren Klaus

GenozidPolitik Sudetendeutsche kritisieren Klaus
Der tschechische Präsident Vaclav Klaus(c) Dapd (Timur Emek)

Der tschechische Präsident stehe zu den Benes-Dekreten und werde "niemals im Europa der Völkerverständigung ankommen", kritisiert die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich.

Kurz vor dem Eintreffen des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus in Wien wirft die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) ihm die Fortsetzung der "chauvinistischen Genozid-Politik" des Nachkriegspräsidenten Edvard Benes vor. Klaus stehe zu den Benes-Dekreten, kritisierte Gerhard Zeihsel, der SLÖ-Bundesobmann am Dienstag in einer Aussendung. Diese bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg die rechtliche Grundlage für die Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei. 

Äußerungen von Klaus, die Vertreibung der Sudetendeutschen sei "eine logische Folge" der NS-Untaten gewesen, zeige eine Verhaftung mit dem Kollektivschuld-Gedanken und der Logik der Rache, die Verbrechen nur mit Verbrechen beantworten kann, so Zeisel. "Mit solchen rückwärtsgerichteten Worten zeigt Klaus, dass er wohl niemals im Europa der Völkerverständigung ankommen wird."

Klaus hält sich bis Donnerstag zu einem Staatsbesuch in Österreich auf. Dabei wir er unter anderem mit Bundespräsident Heinz Fischer, SP-Bundeskanzler Werner Faymann, SP-Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und VP-Klubobmann Karlheinz Kopf zusammentreffen.