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G7 wollen Währungskrieg verhindern

Symbolbild(c) Bilderbox
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Die sieben führenden Industrienationen USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan bekennen sich zu „marktorientierten Devisenkursen“. Die Märkte zeigen sich davon ziemlich unbeeindruckt.

Brüssel/Washington/ag./red. Dank der lockeren Geldpolitik in Japan befindet sich der Yen seit Monaten im Sinkflug. Das nützt der japanischen Exportwirtschaft, setzt jedoch andere Staaten unter Zugzwang. Frankreichs Präsident François Hollande forderte in der Vorwoche die EU-Regierungschefs dazu auf, den Eurowechselkurs zu steuern, um das Wachstum anzutreiben. Ängste vor einem Abwertungswettkampf und daraus resultierenden starken Währungsschwankungen machten sich breit.

Nun haben die sieben mächtigsten Industriestaaten (USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan) am Dienstag eine Erklärung veröffentlicht, dass die Wechselkurse von den Märkten bestimmt werden sollen. Es werde keine gezielte Wechselkurssteuerung verfolgt, hieß es weiter.

Auch Japan stimmte zu, sieht aber keine Veranlassung, seine Währungspolitik zu ändern. Finanzminister Taro Aso betonte, sein Land sei nicht von den übrigen Mitgliedern an den Pranger gestellt worden. „Die G7 haben voll anerkannt, dass die von uns unternommenen Schritte zur Bekämpfung der Deflation nicht darauf ausgerichtet sind, die Devisenmärkte zu beeinflussen.“

Die Staaten stimmten zudem darin überein, dass ungeordnete Wechselkursbewegungen die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität beeinflussen können. Damit ist man nun auch in Frankreich zufrieden. Das Land spricht sich für eine weltweite Strategie zur Koordinierung der Wechselkurse aus. Es gehe um eine abgestimmte Haltung, „damit die Kurse die Fundamentaldaten unserer Volkswirtschaften widerspiegeln und es keine plötzlichen Ausschläge gibt“, sagte der französische Finanzminister Pierre Moscovici.

Die Anleger zeigten sich von der G7-Erklärung weitgehend unbeeindruckt. Der Dollar legte bis zum Nachmittag in Relation zum Euro leicht zu, der Yen rutschte leicht ins Minus. Am Freitag und Samstag treffen sich die G20-Finanzminister in Moskau. Auch dort werden Währungsfragen ein Schwerpunkt sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2013)