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Graz: Untersuchungen nach Missbrauch in Jugend-WG

Symbolbild(c) FABRY Clemens
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"Fassungsloser und verärgerter" Bürgermeister forderte Bericht an - Ruf nach Konsequenzen.

Graz/Apa. Sexuelle Gewalt in einer Jugendwohngemeinschaft des Magistrats, die am vergangenen Wochenende bekannt wurde und zur Festnahme von drei 14- bis 17-jährigen Burschen geführt hat, ist nun Gegenstand von Untersuchungen. Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) zeigte sich wegen der Vorgänge „fassungslos und verärgert“. Es müsse eine lückenlose Aufklärung und allenfalls Konsequenzen geben.

Vier Mädchen, die heute elf bis 16 Jahre alt sind, sollen seit 2010 von den Burschen gequält und vergewaltigt worden sein. Die drei festgenommenen mutmaßlichen Täter zeigten sich laut Staatsanwaltschaft weitgehend geständig. Der Fall war ins Rollen gekommen, als eine Zwölfjährige sich ihrer Mutter anvertraute. Die Frau erstattete über Anraten der Betreuer und des Jugendamtes Anzeige.

Überforderte Eltern

Im Rathaus hat der Fall für einigen Wirbel gesorgt: Bürgermeister Nagl zitierte die Amtsleiterin und den Magistratsdirektor zu sich – bis Freitag sei ein Bericht dem Stadtsenat vorzulegen, so sein Auftrag. „Wenn es zu Versäumnissen gekommen ist, wird das schwerwiegende Konsequenzen haben“, sagte Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics am Montag.

ÖVP-Familiensprecherin Sissy Potzinger forderte die Befassung eines Sonderausschusses im Gemeinderat und Konsequenzen, um derartige Vorkommnisse künftig zu verhindern.

Die betreuten Jugendwohngemeinschaften sind ein Angebot für Eltern, die mit der Erziehung ihrer schulpflichtigen Kinder psychisch oder physisch überfordert sind – eine Unterbringung erfolgt in der Regel im Einverständnis mit den Eltern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2013)