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Kalistreit: Einfuhrverbot von Schweinen

Uralkali
UralkaliREUTERS/Sergei Karpukhin
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Wegen der Verhaftung des russischen Chefs von Uralkali in Minsk droht ein Handelskrieg.

Moskau/Minsk/Ag./Red. Der Kalistreit zwischen den Bruderstaaten Russland und Weißrussland eskaliert zusehends. Moskau verbietet Weißrussland seit Freitag die Einfuhr von Schweinen und Schweinefleischprodukten, wie die Veterinärbehörde mitteilte. Zuvor hat Russland bereits die Öllieferungen an das hoch verschuldete Weißrussland deutlich gedrosselt. Auch ein Importstopp für weißrussische Milchprodukte ist angedroht.

Offiziell hieß es, dass Weißrussland unzureichende Maßnahmen gegen die afrikanische Schweinepest getroffen habe. Experten sind aber überzeugt, dass Moskau aus Ärger über die Inhaftierung eines russischen Topmanagers in Minsk scharf reagiert. Die Landwirtschaft des autoritär regierten Weißrusslands, das vom Westen wegen Menschenrechtsverletzungen mit harten Sanktionen belegt ist, ist stark auf Exporte nach Russland angewiesen.

 

Einsparungen in Deutschland

Kalisalz dient zur Herstellung von Düngemitteln. Die Eskalation des Kalistreits erschüttert den weltweiten Düngemittelmarkt. Der deutsche Kalihersteller K+S ließ etwa am Freitag wissen, dass man sich auf fallende Weltmarktpreise einstelle und deshalb Einsparungen plane.

Die Justiz in Minsk wirft dem Chef des russischen Bergbaukonzerns Uralkali, Wladislaw Baumgertner, vor, mit dem Ausstieg aus einem Gemeinschaftsunternehmen der Ex-Sowjetrepublik 100Millionen US-Dollar (rund 75Mio. Euro) Schaden zugefügt zu haben. Uralkali weist die Vorwürfe zurück. Am Montag ist Baumgertner auf Einladung des weißrussischen Ministerpräsidenten Michail Mjasnikowitsch nach Minsk gereist und nach dem Treffen am Flughafen festgenommen worden. Zudem ermittelt die Justiz in Minsk auch gegen den Oligarchen und Uralkali-Hauptaktionär Sulejman Kerimow.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2013)