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Hypo-Insolvenz: Bank of America warnt vor Folgen für Europa

The headquarters of nationalised Hypo Alpe Adria is pictured behind a traffic sign in Klagenfurt
REUTERS

Eine Gläubiger-Beteiligung hätte der US-Bank zufolge europaweit negative Auswirkungen auf Banken mit öffentlichen Garantien.

Die Debatte über eine Beteiligung der Gläubiger an der Abwicklung der Hypo Alpe Adria ruft nun auch die Analysten der Bank of America Merill Lynch auf den Plan. In einem Report, aus dem der „Standard" zitiert, warnen sie vor "weitgehenden negativen Implikationen für Investoren, nicht nur in Österreich, sondern potenziell in Gesamteuropa", sollten die Bondinhaber zur Kasse gebeten werden.
Der drittreicchste Staat der EU versuche, sich aus der "eindeutigen" Haftung des Landes Kärnten zu manövrieren, heißt es im Bericht weiter. Dazu komme, dass die Bank im hundertprozentigen Eigentum der Republik stehe. Haircuts habe es zwar schon gegeben, aber nicht, wenn öffentliche Haftungen im Spiel seien, heißt es.

Diskussionen werden sich negativ beispielsweise auf die deutschen Landesbanken auswirken. Investoren der BayernLB, die um die Rückzahlung eines Kredits an die Hypo im Wert von 2,3 Milliarden zittert, rät die Bank of America ihre Anleihen um 70 Prozent im Portfolio zu reduzieren.

Indirekte Folgen für angeschlagene Banken

Auch zahlreiche andere angeschlagene Institute wie die britische Cooperative Bank bekämen die neue österreichische Gangart indirekt zu spüren, wobei auch hier wegen der Hypo-Unwägbarkeiten eine Untergewichtung der Bonds empfohlen wird. Als weniger dramatisch wird die Situation für die österreichischen Banken empfunden, die stärker von Osteuropa abhängen. Allerdings könnten auch hier die Anleihenkurse unter Druck kommen.

Die Preise für Kreditausfallversicherungen von Erste Group und Raiffeisen Bank International seien bereits zwischen zehn bis 15 Basispunkte gestiegen, schreiben die Analysten.

>> Artikel im "Standard"

(Red.)