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Rechtsextreme misshandeln Fernsehdirektor in Kiew

File photo shows the Head of the All-Ukrainian Union Svoboda (Freedom) Party Tyagnibok attending an anti-government rally in Kiev
Svoboda Party(c) REUTERS (GLEB GARANICH)
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Schläge wegen „Russland-Freundlichkeit“. Der Sender habe die Unterzeichnung des Anschlussvertrags der Halbinsel Krim an Russland ausgestrahlt.

Kiew. Offenbar waren die Mitglieder der rechtsextremen ukrainischen Partei Swoboda (Freiheit) sehr stolz auf das, was sie taten. Denn sie haben ihren Angriff auf den Chef eines staatlichen TV-Senders gefilmt und ins Internet gestellt. Unter der Führung des Swoboda-Parlamentsabgeordneten Igor Myroschnytschenko griffen mehrere Männer den Präsidenten der Nationalen Fernsehgesellschaft der Ukraine, Aleksandr Pantelejmonow, an, schlugen ihn und zwangen ihn, eine Rücktrittserklärung zu unterschreiben.

Als Grund für die Gewalttat gaben sie an, Pantelejmonow sei „Russland-freundlich“, und sein Sender habe die Unterzeichnung des Anschlussvertrags der Halbinsel Krim an Russland ausgestrahlt. Swoboda ist Teil der Koalition, die den früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch aus dem Amt gejagt hat. Die Medienbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Dunja Mijatović, zeigte sich empört und sprach in einem Brief an den ukrainischen Interimspräsidenten Alexander Turtschinow von einer „abscheulichen Aktion“, die nicht toleriert werden könne.

 

Ban reist nach Moskau

Wegen der Spannungen auf der Krim will UN-Generalsekretär Ban Ki-moon heute, Donnerstag, nach Russland und am Freitag in die Ukraine reisen. Ban will in Moskau Präsident Wladimir Putin, Außenminister Sergej Lawrow und andere hochrangige Politiker treffen. In Kiew sind unter anderem Gespräche mit Übergangspräsident Turtschinow und Interimspremier Arseni Jazenjuk geplant. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2014)